Der Preis einer Anzeige
Eine junge Frau steht nach ihrer Missbrauchsanzeige selbst vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, vorsätzlich eine falsche Beweisaussage bei einer polizeilichen Einvernahme gemacht zu haben.
Die Verhandlung endet mit einem Freispruch.
Der Fall zeigt strukturelle Probleme der Behörden im Umgang mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt
Sehr hohe Dunkelziffer: Die meisten Fälle sexualisierter Gewalt werden nicht angezeigt
Viele Verfahrenseinstellungen: Schwierige Beweislage erschwert erfolgreiche Verfahren
Expert:innen kritisieren den Umgang von Behörden mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt oft als problematisch
Eine junge Frau steht nach ihrer Missbrauchsanzeige selbst vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, vorsätzlich eine falsche Beweisaussage bei einer polizeilichen Einvernahme gemacht zu haben.
Die Verhandlung endet mit einem Freispruch.
Der Fall zeigt strukturelle Probleme der Behörden im Umgang mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt
Sehr hohe Dunkelziffer: Die meisten Fälle sexualisierter Gewalt werden nicht angezeigt
Viele Verfahrenseinstellungen: Schwierige Beweislage erschwert erfolgreiche Verfahren
Expert:innen kritisieren den Umgang von Behörden mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt oft als problematisch
Dieser Artikel behandelt sexuellen Missbrauch. Der Inhalt kann belastend oder retraumatisierend wirken. Bitte lies nur weiter, wenn du dich emotional sicher fühlst. Eine Liste mit Unterstützungseinrichtungen findest du am Ende des Textes.
Der Saal 101 im Wiener Straflandesgericht befindet sich ganz am Ende des Korridors. Heller Holzboden, weiße Tische, viele Fenster. Am 9. April 2026 ist er restlos gefüllt, in der einzigen Besucherreihe haben zahlreiche Gewaltschutzexpertinnen Platz genommen. Gegenüber, auf der Frontseite des Richter:innenpults, prangt der österreichische Bundesadler; er streckt den Zuhörerinnen seine Zunge entgegen.
Kennst du schon?: Tote alte Frauen
Es ist ein Bild, das zur Verhandlung passt. Aber von vorne.
Lea (Namen von der Redaktion geändert) erzählt, dass sie noch in die Volksschule geht, als sie von ihrem Onkel sexuell missbraucht wird. Sie ist nicht das einzige Opfer, davon erfährt sie allerdings erst Jahre später. Nach einem Familienbegräbnis erzählt ihr ihre Schwester, dass sie ihn deshalb schon erfolgreich angezeigt hat. „Da ist mir klar geworden, dass die ganze Sache viel schlimmer ist, als ich gedacht habe“, sagt Lea.
Um den Missbrauch geht es in der Verhandlung im Saal 101 aber gar nicht. Leas Verfahren gegen ihren Onkel, einen verurteilten Sexualstraftäter, wurde aus Mangel an Beweisen eingestellt, trotz seiner Vergangenheit, trotz einer dritten Betroffenen, die sich mittlerweile ebenfalls gemeldet hat. Stattdessen sitzt Lea auf der........
