Jugendliche Straftäter:innen wandern in ein neues Leben
Die Organisation Seuil ermöglicht jugendlichen Straftätern durch mehrmonatige Wanderungen einen Neustart und fördert Selbstbestimmung.
Die Begleitung erfolgt durch Erwachsene ohne Sozialberuf, um neue Vertrauensverhältnisse zu schaffen; Auswahlverfahren sichern Eignung.
Langfristige Erfolge sind schwer messbar, doch jede begonnene Wanderung gilt laut Yvon Rontard bereits als Erfolg.
Seuil begleitet Jugendliche (13-18 Jahre) auf 2.000 km langen Wanderungen in Frankreich.
2024 verbüßten in Frankreich 2.802 Jugendliche eine Haftstrafe, meist 16-18 Jahre alt.
Die Organisation wird zu 80 % staatlich, zu 20 % durch Spenden finanziert.
Die Organisation Seuil ermöglicht jugendlichen Straftätern durch mehrmonatige Wanderungen einen Neustart und fördert Selbstbestimmung.
Die Begleitung erfolgt durch Erwachsene ohne Sozialberuf, um neue Vertrauensverhältnisse zu schaffen; Auswahlverfahren sichern Eignung.
Langfristige Erfolge sind schwer messbar, doch jede begonnene Wanderung gilt laut Yvon Rontard bereits als Erfolg.
Seuil begleitet Jugendliche (13-18 Jahre) auf 2.000 km langen Wanderungen in Frankreich.
2024 verbüßten in Frankreich 2.802 Jugendliche eine Haftstrafe, meist 16-18 Jahre alt.
Die Organisation wird zu 80 % staatlich, zu 20 % durch Spenden finanziert.
„Bei uns landen die, die alle Optionen ausgeschöpft haben“, sagt Yvon Rontard Anfang Mai in seinem Pariser Büro. Er ist Direktor der französischen Organisation „Seuil” die mit Jugendlichen in der Obhut der Aide Sociale à l’Enfance (ASE; entspricht der Kinder- und Jugendhilfe) und der Protection Judiciaire de la Jeunesse (PJJ; entspricht der Jugendgerichtshilfe) arbeitet. Es handelt sich dabei um Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren, die von massiver Gewalt und Missbrauch betroffen sind oder selbst Straftaten begangen haben. Seuil geht mit ihnen wandern – über 2.000 km legen sie binnen drei Monaten auf dem französischen Jakobsweg zurück. Obwohl es sich hierbei um einen Pilgerweg handelt, versteht sich die Organisation jedoch als laizistisch. „Wir wollen den Jugendlichen einen Neustart ermöglichen. Wir bieten ihnen eine Atempause und eine Möglichkeit zur Neuorientierung zwischen der Haftstrafe und der Rückkehr in ihr Zuhause“, erklärt Rontard.
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Nach französischem Recht gelten Kinder unter 13 Jahren als nicht strafmündig. Für Jugendliche ab 13 Jahren ist ein Freiheitsentzug im Gefängnis zwar durchaus möglich, in den meisten Fällen werden jedoch alternative Erziehungsmaßnahmen bevorzugt, etwa die vorübergehende Unterbringung in einem Heim. 2024 verbüßten in Frankreich 2.802 jugendliche Straftäter:innen eine Haftstrafe in einer Jugendstrafanstalt. Die überwiegende Mehrheit von ihnen war zwischen 16 und 18 Jahre alt. Die durchschnittliche Haftdauer lag bei etwa 6 Monaten. Zum Vergleich: In Österreich beginnt die Strafmündigkeit erst mit dem 14. Geburtstag. Eine Senkung des Strafmündigkeitsalters auf 12 Jahre wurde 2025 im Justizausschuss abgelehnt. 2026 werden erstmalig zwei strafunmündige jugendliche Intensivtäter für bis zu sechs Wochen in einer betreuten „Auszeit-WG“ in Wien untergebracht.
Ängste kommen zum Vorschein
Von den Jugendlichen, die bei Seuil landen, werden etwa 75 % von der ASE und 25 % von der PJJ betreut. Finanziert wird die Organisation zu 80% vom Staat, zu 20% aus Spendengeldern. Die enge Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen sei natürlich ein enormer Vertrauensbeweis, gibt Yvon Rontard zu. Er selbst blickt auf 17 Jahre Erfahrung als Schuldirektor und acht Jahre im Jugendstrafvollzug zurück. Seit 2023 ist er Direktor von Seuil. Straftaten von Jugendlichen sieht er vor allem in einer Vernachlässigung der elterlichen Sorge- und Aufsichtspflicht begründet. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen bei der Wanderung........
