Viele Hürden
Anfang August meldeten sich Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Justizministerin Anna Sporrer mit der Forderung nach Schutzzonen vor Abtreibungskliniken zu Wort. Das ist ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung, denn aktuell sind sowohl Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen lassen wollen, als auch das medizinische Personal, das sie durchführt, allzu oft Bedrohungen, Belästigungen, Bedrängungen, Beschimpfungen und Einschüchterungen ausgesetzt. Vor Kliniken kommt es nämlich regelmäßig zu Protesten von Abtreibungsgegner:innen: Sie teilen Plastikföten und Flugblätter aus und setzen Frauen unter Druck. Sie nennen das „Gebetsmahnwachen“. Tatsächlich ist es eher gezielter Psychoterror.
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Allzu viel Gebetsmahnwachen-Stress haben die missionarischen Abtreibungsgegner:innen hierbei in Ermangelung von Einsatzgebieten allerdings nicht, denn in Österreich gibt es nur sehr wenige Einrichtungen, in denen überhaupt Abtreibungen vorgenommen werden; zudem variiert die Verfügbarkeit stark nach Bundesland. Im Burgenland gibt es beispielsweise keine einzige Einrichtung, die Schwangerschaftsabbrüche anbietet, in Vorarlberg nur eine einzige.
Grund hierfür ist unter anderem die im Gesetz festgelegte Gewissensklausel. Diese besagt, dass medizinisches Personal in Österreich Schwangerschaftsabbrüche verweigern darf. Vor dem Hintergrund, dass Schwangerschaftsabbrüche zu den häufigsten gynäkologischen Eingriffen weltweit gehören und damit einen der Hauptaufgabenbereiche von Gynäkolog:innen darstellen, ist das........
