Ciao Germania! Italien kauft uns auf
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Ciao Germania! Italien kauft uns auf
06. Mai 2026 | Oliver Stock
Deutschland war lange das Streberland: Solide Finanzen, bessere Autos, pünktliche Züge, stabile Banken. Jetzt kommt ausgerechnet Italien und zeigt: Wer schwächelt, wird gekauft
Der erste Angriff rollt auf Schienen. Luca Cordero di Montezemolo, Ex-Ferrari-Chef und Mitgründer von Italo, will ab April 2028 in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Italo ist ein privater italienischer Hochgeschwindigkeitszug-Anbieter und der wichtigste Konkurrent der italienischen Staatsbahn Trenitalia im Fernverkehr. Montezemolo plant jetzt, bis zu 30 Hochgeschwindigkeitszüge auf deutsche Schienen zu schicken. 56 Verbindungen, unter anderem München–Köln–Dortmund sowie München–Berlin–Hamburg, strebt er an. Das Investitionsvolumen beträgt 3,6 Milliarden Euro. Die Züge sollen von Siemens kommen. Noch hängt alles an Trassenrechten, die eine Deutsche Bahn-Tochter vergeben muss. Montezemolo will langfristige Zusagen, weil niemand Milliarden investiert, wenn er jährlich um Gleise betteln muss.
Für die Deutsche Bahn ist das mehr als ein neuer Wettbewerber. Es ist eine Demütigung. Während die Bahn hierzulande über Verspätungen, Baustellen und Vertrauensverlust holpert, kommt ein Italiener und sagt sinngemäß: Wir haben das Monopol in Italien geknackt, jetzt zeigen wir euch, wie Fernverkehr in Deutschland geht. In Italien sanken nach dem Markteintritt von Italo die Preise, die Fahrgastzahlen stiegen........
