Kritische Infrastruktur: Warum Schutz allein nicht reicht
Link in die Zwischenablage kopieren
Kritische Infrastruktur: Warum Schutz allein nicht reicht
04. September 2026 | Avraham Shmulevich
Umspannwerke und Entsalzungsanlagen vs. Drohnen, Sabotage und Algen: Moderne Staaten sind verletzlich. Entscheidend ist, ob ihre Systeme nach Ausfällen weiterlaufen.
VON AVRAHAM SHMULEVICH
Jede erfolgreiche technische Lösung nimmt einer Gesellschaft eine weitere Möglichkeit, ohne sie auszukommen. Elektrizität war einmal eine Annehmlichkeit; heute stehen ohne sie Kommunikation, Zahlungsverkehr, Wasserversorgung und Verkehr still. Später kamen Mobilfunk, Rechenzentren, Satellitennavigation und automatisierte Logistik hinzu. Jede dieser Technologien löste ein reales Problem, und ihr Erfolg machte sie unverzichtbar.
Beim Militär ist dieses Problem alt. Streitkräfte müssen sich auf Waffen vorbereiten, die noch gar nicht existieren. Luftverteidigung wird gegen Flugzeuge und Raketen geplant, über die ein möglicher Gegner vielleicht erst in zehn Jahren verfügen wird. Militärplaner sehen die eigenen Schwachstellen mit den Augen eines Gegners, der gerade dort angreifen will, wo man ihn am wenigsten erwartet.
Das ist selbst für eine Armee extrem teuer. Abfangraketen, Besatzungen und Geld sind endlich, trotzdem werden solche Kosten akzeptiert, weil im äußersten Fall die Existenz des Staates auf dem Spiel steht.
Unverzichtbar für Sicherheit ist längst nicht mehr nur das Militär
Inzwischen gibt es diese Art von Unverzichtbarkeit längst auch außerhalb des Militärs. Ein Umspannwerk, ein Rechenzentrum, eine Wasseranlage oder ein Logistikknoten können für ein Land kaum weniger wichtig sein als eine Militärbasis. Es liegt nahe, sie ähnlich zu schützen. Nur wurde zivile Infrastruktur nie unter dieser........
