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„Tod dem Khamenei“: In jeder Stadt des Iran trauert jede Familie um Opfer

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30.01.2026

29. Januar 2026 | Ansgar Graw

Für erschossene Angehörige muss "Kugelgeld" bezahlt werden: Brutal und zynisch hat das Mullah-Regime die Proteste niedergeschlagen. Aber Iraner im Land und im Exil erwarten weitere Proteste. Und endlich reagiert Europa

VON ANSGAR GRAW

Wie reagiert man auf Staatsterror? In Brüssel werden Aktenvermerke formuliert, neue Sanktionen gegen Teheran beschlossen und vor den Kameras der Welt verkündet. Nach Jahren des oft nur gemurmelten Protests gegen das Mullah-Regime und einer naiven Betonung der Bedeutung des Dialogs zwingt der Massenmord der letzten Wochen an Demonstranten im ganzen Land nun endlich zu härteren Maßnahmen gegen Teheran.

Wie reagiert man auf Staatsterror? Im Iran sind offene Proteste derzeit kaum möglich, soweit sich das sagen lässt über ein Land, das die Mullahs in einem Blackout verstecken wollen. Aber die Menschen suchen nach neuen Formen des Widerstands, wie zumeist Exil-Iraner aus den schwierig gewordenen Telefonaten mit Menschen in der Heimat berichten.

Die Brüsseler Beschlüsse werden insbesondere 30 Akteure betreffen, die in den vergangenen Wochen an der brutalen Niederschlagung der landesweiten Proteste mit mutmaßlich Tausenden von Toten beteiligt waren. Zudem wurden die Iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft, vergleichbar mit al-Qaida, dem Islamischen Staat oder Hamas. Die Revolutionsgarden mordeten gemeinsam mit ausländischen Verbündeten, darunter Afghanen, die zuvor in Syrien gekämpft hatten, sowie Milizionären der irakischen Volksmobilisierungskräfte PMF. „Wenn du handelst wie ein Terrorist sollst du auch behandelt werden wir ein Terrorist“, sagt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas.

In sämtlichen 31 Provinzen des Landes war es zu Demonstrationen gegen steigende Lebensmittelpreise, wirtschaftlichen Niedergang und das fanatische Regiment der Mullahs gekommen. Von „Tausenden von Menschen“, die bei den Protesten getötet worden seien, sprach bereits am 17. Januar der Oberste Führer Ali Khamenei. Der Oberste Sicherheitsrat des Iran zählte in einer Erklärung vier Tage später 3117 Tote. Unter Berufung auf die Menschenrechtsorganisation HRANA (Human Rights Activists News Agency) mit Sitz in New York registriert aktuell die Nachrichtenagentur AP mindestens 6373 Opfer. Und der in London ansässige TV-Sender Iran International vermeldet gar 36.500 Tote.

Nargess Eskandari-Grünberg, 1965 in Teheran geboren und heute........

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