Differenzierung ist gut. Aber das Zeug bleibt gefährlich
W ie gut, dass wir in der taz regelmäßig Schulklassen zu Besuch haben. Das gibt immer Gelegenheit für einen kleinen Wirklichkeits-Check. Frage also an die 15- und 16-Jährigen des Berliner Politikkurses, der im Konferenzraum zu Gast ist: Sind Social Media gefährlich? Alle Arme gehen hoch, nur einer davon mit etwas Zögern. Anschlussfrage: Soll man sie verbieten? Die meisten Arme bleiben unten, flatternde Hände deuten Ratlosigkeit an.
Damit sind die Kids ziemlich genau auf dem Debattenstand der Koalition: Im Prinzip finden fast alle, dass Social Media schädlich sind. Nur was zu unternehmen ist, steht halt noch dahin. Ein Blick nach Australien hilft dabei noch nicht viel: Die Berichte über die ersten drei Monate des Social-Media-Verbots für unter 16-Jährige waren gemischt, Tendenz negativ.
Zu früh für haltbare Ergebnisse, hieß es im März. Unzählige Schilderungen von 13- oder 14-Jährigen darüber, wie pipileicht die Umgehung der Sperren war – Jungs runzelten die Augenbrauen,........
