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Eine Pflanze muss nicht entscheiden, wo ihre Welt aufhört

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16.08.2026

E s ist totzitiert, aber warum nicht mal auf der Leiche herumtrampeln: Die große Erzählung – von Fortschritt, Nation und Religion – erklärt nicht mehr, was abgeht. Vielleicht arbeite ich deshalb an kleinen Erzählungen. Ich schreibe gerne im Supermarkt. Mit Abstand von einer Wirklichkeit, in der ich mich nicht wiederfinde.

Diese Wirklichkeit ist sich mal wieder sicher: Der Terroranschlag beim Berliner CSD ist ein Angriff auf die „offene Gesellschaft“. Diese Floskel ist bescheuerter als „wofür es sich zu leben lohnt“.

Im Namen der offenen Gesellschaft werden 60.000 Menschen unterhalb ihrer Klimazone für überflüssig erklärt. Im Namen der offenen Gesellschaft bekommen alle Dinge Kategorien. Das, was innerhalb davon liegt, ist gut, alles andere schlecht. Die offene Gesellschaft tarnt ihre Grenzen als Offenheit.

Ich denke an das Wohnzimmer meiner Mutter. Ihre Pflanzen........

© taz.de