Bittere Abrechnung mit dem gesellschaftlichen Backlash
Zwei Nachbarn in England, einer von ihnen schwul. Ihr Verhältnis eskaliert und endet mit einem mörderischen Hassverbrechen. Darum geht es in der Miniserie „Tip Toe“ (ab 13. August bei HBO Max) mit Alan Cumming in der Hauptrolle und einem angsteinflößend und dennoch nuanciert spielenden David Morrissey.
Die Serie sorgte bei ihrer Premiere Ende Mai für Aufsehen in Großbritannien. Der Anfang ist schockierend: Ein Mann hängt mit einer Schlinge um den Hals an einem Laternenpfahl in einem Vorstadtviertel. Auf diese Hinrichtung läuft alles in den fünf Teilen von je rund 45 Minuten durch Rückblenden zu.
„Tip Toe“ erzählt die Geschichte von Leo (gespielt von Cumming) und Clive (Morrissey). Sie leben seit fast 15 Jahren als Nachbarn in zwei Reihenhäusern nebeneinander - Tür an Tür, hellhörig. Eines Tages geraten sie aneinander und die Atmosphäre zwischen ihnen ist vergiftet, voller Misstrauen und Missgunst.
Der Elektriker Clive hat sich per Internet ziemlich radikalisiert, hält etwa den Brexit für nicht richtig durchgezogenen Betrug, die Pandemie für eine Verschwörung, Schwule für übergriffig und Trans-Menschen für gefährlich, vor allem für Kinder und Jugendliche.
Doch auch Leo, der eine queere Bar in Manchesters legendärer Canal Street betreibt, lebt in seiner eigenen Welt, kommuniziert mit dem Nachbarn wohl zu ironisch und voraussetzungsreich und lässt damit Missverständnisse zu.
Clive hat wachsende........
