Mitte gegen Ränder: Warum sich die AfD gar nicht mehr mäßigen muss, um erfolgreich zu sein
Mitte gegen Ränder Warum sich die AfD gar nicht mehr mäßigen muss, um erfolgreich zu sein
Düsseldorf · Noch lehnen Mehrheiten eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten ab – weil die Partei als etwas grundsätzlich Anderes wahrgenommen wird. Trotzdem macht sie kaum Anstalten, weniger radikal aufzutreten. Denn die politischen Koordinaten verschieben sich.
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Jubel bei der AfD Ende März über den Wahlausgang in Rheinland-Pfalz, auch bei den Parteichefs Tino Chrupalla und Alice Weidel.
Ab in die Mitte! In die Mitte wollen (fast) alle. In der Mitte werden nämlich, das wusste schon Gerhard Schröder, Wahlen gewonnen. Deshalb plakatierte er 1998 die „neue Mitte“ als Slogan für seine SPD und schickte damit Helmut Kohl in Rente. Eine Generation später steht das Konzept nicht mehr für Strategiemodelle zwischen Schwarz und Rot, sondern für eine Bastion: Mitte gegen Ränder. Vor allem gegen die AfD. Debatten um Maß und Mitte in der Politik (die Begriffe gehören zusammen wie Mann und Maus, Kind und Kegel) blicken fast immer nach rechts, und die Eine-Million-Euro-Frage lautet: Lässt sich die AfD ins Spektrum der Mitte einbinden, gar zurückholen, und falls ja, wie?
Zunächst ist festzustellen: Bisher sprechen sich regelmäßig Mehrheiten in Umfragen grundsätzlich gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. Diese Mehrheiten sind unterschiedlich stark, auf Bundesebene eher schwächer als zum Beispiel jüngst in Rheinland-Pfalz, wo fast eine Dreiviertelmehrheit Nein zu einer Regierungsbeteiligung der AfD sagte.
Umfrage Im Februar erhob Infratest Dimap für den „Deutschlandtrend“, dass die Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen wie Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit und Verharmlosung des Nationalsozialismus seit zehn Jahren in etwa konstant ist. In........
