Iran-Krieg und Ölversorgung: Das schwarze Zeug hat uns immer noch im Griff
Iran-Krieg und Ölversorgung Das schwarze Zeug hat uns immer noch im Griff
Analyse | Düsseldorf · Vom Diesel bis zur Barbie-Puppe – unsere gesamte Konsumwelt ist aus Erdöl entstanden. Es hat uns wohlhabend gemacht. Deshalb ist unsere Abhängigkeit längst nicht nur ökonomisch. Sie ist auch psychologisch.
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Pumpen auf einem Ölfeld in Texas.
Tief aus den Schlünden der Erde quillt es, harmlos blubbernd oder gewaltig sprudelnd. Wer ihm nachjagt, den verwandelt es: körperlich in ein schmieriges schwarzes Grubenwesen, geistig in ein korruptes Monster. Das ist, in aller Kürze, die Geschichte von Paul Thomas Andersons Filmepos „There Will Be Blood“ von 2007. Daniel Day-Lewis, der „Ölmann“ Daniel Plainview, mordet für seinen Reichtum, er lügt, täuscht, verstößt seinen Sohn gleich zweimal. Der Film entkleidet seine Vorlage, Upton Sinclairs Roman „Öl!“, aller Politik und zielt ganz auf die Moral. Die heißt: Öl ist ein verdammtes Teufelszeug – es macht reich und reißt ganze Städte aus ihrer archaischen Armut, aber es vergiftet unsere Seele.
2026, ein Jahrhundert nach Sinclair, erweist sich einmal mehr diese Widersprüchlichkeit des Öls – allerdings in globalem Maßstab. Seine Bedeutung für die Weltwirtschaft zu diskutieren, ist in Zeiten eines weiteren Nahostkriegs banal; man bemerkt sie ja jeden Tag an der Tankstelle. Bald 2,50 Euro für einen Liter Diesel, so kann es doch wohl nicht lange weitergehen. Aber ohne Sprit geht es erst recht nicht. Privat vielleicht, dank E-Auto, aber ökonomisch nicht.
Denn unsere gesamte Lebenswelt ist aus Öl gemacht. Wir sind von Öl abhängig – in wirtschaftlichem Sinn, klar, aber das angebliche schwarze Gold hat uns auch........
