Bayern gegen Stuttgart am Freitag: Liebe, Leiden, Wunder – das Kirchenjahr des Sports
Bayern gegen Stuttgart am Freitag Liebe, Leiden, Wunder – das Kirchenjahr des Sports
Die Dortmunder Südtribüne.
Düsseldorf · Die 64. Saison der Fußball-Bundesliga beginnt. Für viele Fans trägt die Hingabe an ihren Verein religiöse Züge. Das gibt dem Jahreslauf von Millionen Struktur, wie es früher nur der kirchliche Festkreis konnte. Ist das der neue Volksglaube? Oder bloß Sakrileg?
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Nun also endlich wieder. Wenn am Freitagabend um 20.30 Uhr in der Münchner Allianz-Arena die Bayern gegen den VfB Stuttgart die 64. Bundesliga-Saison eröffnen, dann stellt sich in Millionen deutschen Haushalten die mittelfristige Wochenplanung um. Die Sommerpause ist vorbei, nicht nur für die Profis. Jetzt gilt’s, nach allerhand profanem Vorgeplänkel wie dem Supercup. Es geht um die Meisterschaft. „Jetzt hat das Leben wieder einen Sinn“ ist die nur leicht zugespitzte Variante eines massenhaften Gefühls dieser Tage.
Dann pilgern die Massen wieder in den Tempel, um den Lichtgestalten auf dem heiligen Rasen zuzujubeln, um mit ihnen durchs Feuer zu gehen, auf ein Wunder zu hoffen oder vom Schlusspfiff erlöst zu werden. Mancher wird im Verlauf der Saison zum Sündenbock gestempelt, mancher wird sich zum Märtyrer stilisieren. Religiöse Sprache hat den Fußball längst erobert, ohne dass daran noch groß Anstoß (!) genommen würde. Als Reporter Herbert Zimmermann im WM-Finale 1954 Torhüter Toni Turek als „Teufelskerl“ und vor allem als „Fußballgott“ bezeichnete, war das noch ein mittlerer Skandal.
2026/27 Insgesamt 306 Bundesligaspiele stehen an den 34 Spieltagen bis zum 22. Mai 2027 an. Von den 18 Mannschaften kommen sechs aus Nordrhein-Westfalen: Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln, Schalke 04 und der SC........
