menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Generationenkonflikte zwischen Frauen: So nah und oft so schwierig – das Verhältnis zwischen Müttern und Töchtern

3 0
19.12.2025

Manchmal sind sie einander „wie aus dem Gesicht geschnitten“. Oder sie bewegen sich gleich, lachen auf ähnliche Weise – und über die gleiche Art von Witzen. Manchmal wirken Mütter und ihre erwachsenen Töchter wie gegensätzliche Thesen, als lebe die eine, um die andere zu widerlegen. Und dann gibt es noch all die Abstufungen dazwischen.

Kommt man mit erwachsenen Frauen über deren Mütter ins Gespräch, ist oft von Anerkennung für die Lebensleistung der Mütter die Rede, von liebenswerten Eigenarten, prägenden Erlebnissen aus der Kindheit. Aber oft genug auch von Spannungen mit der Mutter, von Genervtheit, Enttäuschung, vermissten Zeichen der Wertschätzung. Und von schlechtem Gewissen.

Sachbücher Das Porträt einer Beziehung nennt Sarah Trentzsch ihr Buch: „Wofür wir Töchter unsere Mütter brauchen“. Darin schreibt sie auch über die gesellschaftlichen Zusammenhänge dieses besondere Verhältnisses. Gutkind, 256 Seiten, 14 Euro

Zwölf erwachsene Töchter erzählen von ihren Müttern in Silia Wiebes Buch: „Unsere Mütter: Wie Töchter sie lieben und mit ihnen kämpfen“, Klett-Cotta, 239 Seiten, 11 Euro.

Umgekehrt erzählen gerade älter werdende Mütter bisweilen, dass sie sich mehr Nähe zu ihren Töchtern wünschten, aber immer wieder in dieselben Krisengespräche rutschten oder auf Distanz gehalten würden. Oft haben dieselben Frauen ein herzliches, unbelastetes Verhältnis zu ihren Söhnen und beklagen, dass sie „keine Idee haben“, warum das bei der Tochter anders ist. Woran liegt das? Was macht die besondere Intensität, aber auch Störanfälligkeit des Verhältnisses zwischen Müttern und Töchtern aus?

Mütter und Töchter teilen das Wissen, Frau zu sein – in ihrer Familie und in der Gesellschaft. Sie beobachten einander, gleichen ihr Verhalten ab, sind einander Vorbild oder abschreckendes Beispiel. Und sie haben Erwartungen aneinander, die sie sich vielleicht nicht bewusst machen, nicht in Worte kleiden, und........

© RP Online