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Wer sind hier eigentlich die „Nutznießer“?

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13.09.2026

Wer sind hier eigentlich die „Nutznießer“?

Bundeskanzler Merz entgegnete einer Kinderärztin, dass sie ein Nutznießer des Gesundheitssystems sei. In Wahrheit sind es jedoch Gesundheitsarbeiter:innen und Patient:innen, die unter der Profitorientierung der Gesundheitssysteme leiden, während die tatsächlichen Nutznießer sich die Taschen voll machen.

„Sie sind als Teil dieses Gesundheitssystems auch Nutznießer.“ Mit diesen Worten reagierte Bundeskanzler Friedrich Merz in der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ auf die Kritik der Kinderärztin Bea Merscher. Sie hatte ihm vorgeworfen, mit dem GKV-Spargesetz die Gesundheitsversorgung zu verschlechtern. 

Merz’ Auftritt in der Sendung hat in den sozialen Medien eine große Diskussion über die Gesundheitspolitik seiner Regierung ausgelöst und dem ohnehin ungeliebten Kanzler eine Menge Kritik eingeholt. Viele klagen die katastrophalen Zustände im Gesundheitssystem an, wobei sich die wichtige Frage stellt: Wie kann ein Gesundheitssystem aussehen, das sich an den Bedürfnissen von Beschäftigten und Patient:innen orientiert?

2020 hat man, statt bessere Arbeitsbedingungen und eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung zu organisieren, die Beschäftigten im Gesundheitswesen beklatscht. Sie hielten während der Corona-Pandemie unter katastrophalen Bedingungen die gesundheitliche Versorgung aufrecht. Heute bezeichnet Friedrich Merz sie als „Nutznießer“, die von der Funktionsweise des Gesundheitssystems profitieren würden. 

Dass es auch niedergelassene Ärzt:innen gibt, die von diesem System profitieren, stimmt. Aber die Bedingungen in Krankenhäusern scheinen Friedrich Merz nicht zu interessieren.

Es sind immer noch die Beschäftigten in den Krankenhäusern, die die gesundheitliche Versorgung der Gesellschaft trotz extremer Arbeitsbedingungen aufrechterhalten, so gut es innerhalb dieses profitorientierten Gesundheitssystems überhaupt möglich ist.Viele Ärzt:innen arbeiten in kaputtgesparten Krankenhäusern in Schichten von 24 Stunden und länger. Über Stunden bleibt ihnen oft nicht einmal die Zeit, auf die Toilette zu gehen, geschweige denn eine Pause zu machen oder etwas zu essen. Und dann sollen sie, gemeinsam mit überarbeiteten Pflegekräften, zuverlässig Menschen diagnostizieren und behandeln. 

Das alles geschieht in denselben Krankenhäusern, in denen hunderte weitere Beschäftigte arbeiten, die unter hohem Arbeitsdruck und zu niedrigen Löhnen dafür sorgen, dass das Krankenhaus überhaupt funktioniert: Reinigungskräfte, Küchen- und Servicepersonal, technische Beschäftigte, Verwaltungskräfte und viele andere. Sie alle halten unsere medizinische Versorgung am Laufen. Genau diese Arbeitsgruppen leiden besonders unter der Funktionsweise des Systems. Es sind oft migrantische Beschäftigte und Frauen, die in outgesourcten Tochterunternehmen für Krankenhäuser arbeiten und so eine weitaus geringere Bezahlung erhalten als die Kolleg:innen, die direkt bei den........

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