Wenn der Häftling nachts im Rolls-Royce sitzt
Es gibt Meldungen, bei denen man zunächst glaubt, aus Versehen in der Satire-Spalte gelandet zu sein. Ein Häftling der JVA Euskirchen wird in einem Luxusauto geblitzt, obwohl er eigentlich hinter Gefängnismauern sitzen sollte. Dazu verschwundene Schlüssel, dubiose Kontakte und der Verdacht, dass manche Bedienstete bei Haftbedingungen womöglich etwas flexibler waren, wenn der Preis stimmte.
Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so unerquicklich wäre. Denn der Fall Euskirchen ist nicht einfach nur eine kuriose Provinzgeschichte aus Nordrhein-Westfalen. Er ist nur die neueste Folge einer Serie, die in deutschen Justizvollzugsanstalten seit Jahren läuft: „Prison Break – Made in Germany“.
Gefängnisse: Geschlossene Systeme mit offenen Türen
Gefängnisse haben einen schlechten Ruf. Das liegt in der Natur der Sache. Aber eigentlich sollen sie wenigstens in einer Disziplin glänzen: beim Einsperren. Doch immer wieder zeigt sich, dass manche JVA eher an schlecht organisierte All-inclusive-Hotels erinnern. Handys finden ihren Weg in Zellen, Drogen sowieso, und gelegentlich offenbar auch Häftlinge hinaus auf die Straße.
Der Rechtsstaat wirkt dann wie ein Türsteher, der gegen ein Trinkgeld kurz aufs Handy schaut, während die VIP-Gäste hinten durchmarschieren.
Natürlich: Die überwältigende Mehrheit der........
