Reform des Gesundheitswesens : Mit der Brechstange wird das nichts
Es hat etwas von einer Selbstsabotage. Per Zeitungsinterview verkündet Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU), dass die Krankenkassen künftig nicht mehr alle Leistungen übernehmen werden. Was genau das heißt, erläutert er aber nicht.
Zahlt die gesetzliche Krankenversicherung also künftig die Kosten für wichtige Behandlungen nicht mehr? Frei weckt diese Angst oder entkräftet sie zumindest nicht. Und das ausgerechnet an den Weihnachtsfeiertagen, wenn die Deutschen versuchen, ihr Bedürfnis nach Geborgenheit und Zusammenhalt zu stillen.
Viel ungeschickter kann man eine Reformdebatte nicht starten. Das ist ärgerlich, denn im deutschen Gesundheitswesen muss sich einiges ändern. Warum das so ist, hätte Frei den Bürgern erklären sollen. Stattdessen hat er den harten Macker gegeben, der auch an Weihnachten unpopuläre Wahrheiten verkündet. So gewinnt man keine Zustimmung für Veränderungen – © Der Tagesspiegel
