AfD-Politiker beschäftigen Familienmitglieder: Warum sie oft keine andere Möglichkeit sehen
Vorwürfe zu sogenannten Überkreuzbeschäftigungen bei der AfD werden derzeit vor allem als Frage politischer Glaubwürdigkeit diskutiert. Dabei geht es um Beschäftigungsverhältnisse, bei denen Angehörige oder enge Vertraute von Parteifreunden in parlamentarischen Büros tätig gewesen sein sollen oder es bis heute sind. Diese Praxis ist rechtlich zulässig, politisch jedoch erklärungsbedürftig. Insbesondere für eine Partei, die über Jahre mit dem Anspruch angetreten ist, mit „Parteifilz“ und Selbstbedienungsmentalität anderer Parteien zu brechen.
Der offensichtliche Widerspruch zwischen Anspruch und Realität prägt die aktuelle Debatte. Zu Recht. Und trotzdem wird ein Aspekt fast ausnahmslos ausgeblendet.
Die Diskussion konzentriert sich vor allem auf die politische Bewertung der Beschäftigungsverhältnisse, weniger auf die Frage, welche Faktoren die Bildung dieser Strukturen begünstigt haben. Denn innerhalb der AfD wirken politische und innerparteiliche Rahmenbedingungen, die einen erheblichen Einfluss haben – bezogen auf aktive Politiker, deren Mitarbeiter und ihr gesamtes persönliches Umfeld.
Äußere und parteiinterne Faktoren
In Gesprächen mit der Berliner Zeitung beschreiben AfD-Politiker ein politisches Umfeld, das von Misstrauen und Machtkämpfen geprägt ist. Parteiintern werde häufig davon ausgegangen, dass Informationen weitergegeben, innerparteiliche Konflikte öffentlich ausgetragen oder........
