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Mehr als Urs Fischer: Schweizer haben in der Bundesliga große Spuren hinterlassen

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09.01.2026

Deutschland und die Schweiz – das ist in der Fußball-Historie eine überaus besondere Konstellation. Dreimal gleich trug der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine ersten Länderspiele gegen die Eidgenossen aus. Am 5. April 1908 in Basel bei der Premiere mit einer 3:5-Niederlage, am 27. Juni 1920 in Zürich mit einem 1:4 bei der Rückkehr auf die internationale Bühne nach dem Ersten Weltkrieg und am 22. November 1950 in Stuttgart mit einem 1:0-Erfolg bei der Eröffnung des Spielverkehrs nach der deutschen Teilung. Immer waren es die Schweizer, die dem großen Nachbarn auf die Sprünge halfen und ihn nach beiden Weltkriegen wieder salonfähig machten.

Wenn man will, gab es sogar ein viertes erstes Mal. Als sich DFB und DFV (Deutscher Fußball-Verband der DDR) 1990 zusammenschlossen und es am 19. Dezember zum ersten gemeinsamen Länderspiel kam, hieß der Gegner wie selbstverständlich Schweiz. Dass Matthias Sammer und Andreas Thom, der mit seinem Tor den 4:0-Endstand erzielte, die beiden ersten Spieler aus der DDR waren, die im Team des damaligen Weltmeisters aufliefen, hat sich tief in die Historie eingebrannt. Nur stimmt das mit beiden nicht ganz.

Es gibt nämlich noch mehr, was die Deutschen im Fußball mit dem Schweizerischen Fußballverband (SFV), der 1895 und damit fünf Jahre vor dem DFB gegründet wurde, verbindet. Gegen den Nachbarn gab es 1909 den ersten Sieg (1:0 in Karlsruhe), 1938 bei der WM in Frankreich aber auch die erste gravierende Pleite, als die Schweizer den aktuellen WM-Dritten gleich zu Beginn aus dem Wettbewerb warfen. Dafür hielt sich das DFB-Team 1954 in der Schweiz schadlos und wurde dort zum ersten Mal Weltmeister.

Hier klärt sich auch das Rätsel um die Rolle von Sammer und Thom als erste Spieler aus der DDR im DFB-Team. Auf dem Weg zum „Wunder von Bern“ wurde mit Friedrich „Fritz“ Laband auch ein Defensivspieler vom Hamburger SV Weltmeister (kam in beiden Spielen gegen die Türkei sowie im Viertelfinale gegen Jugoslawien zum Einsatz), der jedoch ursprünglich im Osten auf sich aufmerksam machte.

In der Premierensaison der DDR-Oberliga 1949/50 war der damals 24-Jährige für Motor Wismar in 24 Spielen dabei und wechselte erst danach zum HSV. Und: Nur wenige........

© Berliner Zeitung