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Das erste Lehrhaus

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14.06.2018

Jeder, der sich mit der Heiligen Schrift beschäftigt hat, weiß, dass man den Tanach, die Hebräische Bibel, nur mithilfe der Kommentare unserer Weisen verstehen kann. Ohne die Überlieferung versteht man den Text entweder gar nicht – oder sogar falsch.

Jedoch können auch die Kommentare unserer Weisen manchmal nicht sofort verständlich sein. Wenn man die Geschichte von unserem Vorvater Jakow im Sefer Bereschit, dem ersten Buch Mose, liest, findet man im berühmten Kommentar von Raschi zur Tora gleich zwei merkwürdige Erklärungen, die mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten.

Raschi Am Anfang des Wochenabschnittes Wajeze steht in der Tora, dass Jakow sich auf dem Weg nach Charan hingelegt hatte (1. Buch Mose 28,11). Raschi bemerkt zu dieser Stelle: »An jenem Orte legte er sich nieder, aber während der 14 Jahre, die er im Hause Ewers sich lernend betätigte, hatte er sich nicht in der Nacht niedergelegt, sondern sich mit der Tora beschäftigt.«

Es stellt sich die Frage, um welches »Haus Ewers« es sich handelt. Am Anfang des Wochenabschnitts »Wajeschew« finden wir noch mehr Details zu diesem Thema (37,3): Die Tora erzählt uns, dass Jakow seinen Sohn Josef am meisten liebte. Wieder bemerkt Raschi etwas Merkwürdiges: »Onkelos übersetzt, er war ihm ein weiser Sohn, alles, was er von Schem und Ewer gelernt hatte, überlieferte er ihm.«

Hier erscheint außer Ewer zusätzlich auch noch Schem! Was hat Jakow denn gelernt, und warum brachte er diese Lehre........

© Juedische Allgemeine