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Die Erinnerungsvermittler

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14.09.2017

Die Begegnung mit Rolf Joseph war wegweisend – für Simon Strauss ebenso wie für Fabian Herbst und die anderen Mitglieder der sogenannten Joseph-Gruppe. Vor 14 Jahren hatten die damaligen Neuntklässler des Gymnasiums zum Grauen Kloster den Schoa-Überlebenden bei einem Besuch in der Synagoge Pestalozzistraße kennengelernt. Rolf Joseph, 1920 in Kreuzberg geboren, als jüdischer Jugendlicher ausgeschlossen aus seinem Fußballverein, überlebte die Schoa versteckt; dreimal entrann er mit letzter Kraft dem Tod.

Dennoch habe Rolf Joseph niemanden mit seinem Erbe »übermannt«, sagen sie. Von seinem Leben erzählte er wie von einem großen Abenteuer mit Geheimverstecken, Fenstersprüngen, Polizeistreifen, aber auch voll dumpfer Gewalt, Brüchen und Schmerz – wie dem etwa, als er von einer Straßenecke aus mitansehen musste, wie die geliebten Eltern in einen Lkw gestoßen und deportiert wurden.

Aus der ersten Begegnung wurden viele – er kam in die Schule, erzählte, lud die Teenager in seine Laube am Stadtrand und zu sich nach Hause ein. Ihm zuzuhören, bedeutete, »Abschied zu nehmen von langweiligen Politik-Stunden und Guido-Knopp-Pädagogik«, sagt Simon Strauss rückblickend.

lebensidol Rolf Joseph sei »treffsicher in seiner Gegenwärtigkeit«........

© Juedische Allgemeine