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Einstudiertes Rollenspiel als Wahlkampf-Reality-Show

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21.09.2021

So unsicher das Resultat des deutschen Urnenganges am kommenden Sonntag auch sein mag, so sicher ist, dass eine ganze Reihe von Journalisten und Journalistinnen ihr Möglichstes getan haben, um im Wahlkampf zu manipulieren, statt zu informieren. Bei den Medien im Privatbesitz mag das ja noch hinnehmbar sein: Man muss ja nicht zuschauen, zuhören oder darin blättern. Anders bei den mit Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF (strukturell unserem ORF ähnlich). Denn noch verfügen diese "Staatssender" über ein beträchtliches Maß an Glaubwürdigkeit, sodass Fakes und ihre als Realität ausgestrahlten Inszenierungen die demokratischen Abläufe entgleisen lassen und ganze Teile der Gesellschaft verwirren könnten.

Operative Fehlleistungen

Eine Auflistung typischer Beispiele operativer Fehlleistungen der Programmmacher des deutschen "Staatsfernsehens" soll das Lamento begründen:

In der heißen Endphase des deutschen Wahlkampfes wurden Sendungen wie "Wahlarena" und "Wahlforum" angepriesen, um Wahlberechtigte und Kanzlerkandidaten "in gelebter Demokratie" aufeinandertreffen zu lassen (wie es Andreas Cichowicz, einer der Chefredakteure der ARD, formulierte). Schon die erste dieser Begegnungen zum Wählertreff erwies sich als glatter Etikettenschwindel. Denn ausgewählt zur Wortmeldung aus dem Publikum wurden nicht Wahlberechtigte auf den Rängen, sondern "zufällig" ein Flüchtling aus Afghanistan (zum Thema Taliban und Kabul) und ein paar Schülerinnen im Alter von 15 Jahren.

Blöd nur, dass die Konkurrenz alsbald herausfand:........

© Wiener Zeitung


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