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Sitzt der "kranke Mann" bald in Brüssel?

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14.10.2019

Hätte die EU ein geopolitisches Fieberthermometer, um die Sicherheit des Kontinents zu messen, stünde die Temperaturanzeige wohl schon jenseits der 40 Grad im roten Bereich. Einmal mehr haben die jüngsten Ereignisse in Nordsyrien gezeigt, wie unvorbereitet Europas Staatengemeinschaft solchen geopolitischen Umwälzungen gegenübersteht. Wenn wir nicht aufpassen, wird 100 Jahre nach dem Ende des Osmanischen Reiches der "kranke Mann" nicht am Bosporus sitzen, sondern in Brüssel.

Wenn ein einzelner Autokrat wie Viktor Orbán, der seit Jahren bewusst das Ziel verfolgt, die EU von innen heraus zu zerstören,
in der Lage ist, eine kohärente Politik gegenüber der Türkei zu torpedieren, macht das einmal mehr klar, wie dringend das Einstimmigkeitsprinzip bei Entscheidungen zur Außen- und Sicherheitspolitik endlich zugunsten einer europäischen Entscheidungsbefugnis fallen muss.

Aber........

© Wiener Zeitung