menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

„Live“ statt „Six Seven“: Jugendsprache einst und jetzt

24 1
11.01.2026

Die Jugend sagt jetzt „Six Seven“, aber was meint sie damit? Ich habe keine Ahnung und frage meine Tochter Helena, sieben Jahre alt. Sie erzählt mir, dass es in ihrer Klasse Leute gibt („den Vasilie, den Latif, die Berina und die Klara“), die beide Wörter zu allen möglichen Gelegenheiten verwenden, dabei mit den Händen wackeln und als Zahlen sogar an die Tafel kritzeln. Die Bedeutung, sagt sie, kennt sie auch nicht. Ich muss also googeln und erfahre, dass der Ursprung von „Six Seven“ im Song „Doot Doot“ des US-Rappers Skrilla liegt, sich der Sinn aber gerade in der Sinnbefreitheit des Ausdrucks erschöpft: Die Wortverwender:innen demonstrieren damit die Zugehörigkeit zu einer populären Online-Community. Aus. Schluss. Basta.

Ich beginne mich über jugendlichen Unverstand zu ärgern, doch zum Glück schalte ich gerade noch rechtzeitig mein Hirn ein. Als ich ein Kind war, so um das Jahr 1980 herum, da fanden wir alles, was toll war, „live“. „Voll live“ konnte ein neuer Fußball sein oder der Umstand, dass es keine Hausübungen zu erledigen gab. Wieso „live?“: Damals waren eben........

© Wiener Zeitung