Hört mein Handy wirklich mit?

Ich habe gerade eine ganze Weile suchen müssen, bis ich mein Smartphone ausschalten konnte. Früher ging das ganz schnell. Jetzt fragt mich mein Handy, wenn ich an der Seite lange drücke, ob ich schlafen will, oder mehr Zeit für mich brauche. Ob ich weniger gestört werden will. Es gibt gefühlt 100 Optionen, die mich dazu verleiten, das Telefon doch nur schlummernd zu stellen und ja nicht ganz auszuschalten. Das moderne Leben ist auf die neue Technologie ausgerichtet. Wo wären wir ohne unser Smartphone?

Gleichzeitig ist dieser kleine Computer in unserer Tasche Ziel von unzähligen Hackerangriffen und Viren.

Was bedeutet das für uns Benutzer:innen, die zum Teil ahnungslos – oder zumindest technisch unbeholfen – im Netz herumsurfen, hier etwas klicken, dort etwas suchen und dann etwas spielen. Einige von uns zucken mit den Achseln – frei nach dem Motto: „Was können wir schon tun?“. Viel ist es nämlich nicht mehr: Früher konnten die ganz Paranoiden noch den Akku ausbauen und das Smartphone im Vorzimmer unter einem Berg von Kleidung verstecken, doch in den meisten aktuellen Modellen kann man nicht einmal mehr den Akku rausnehmen.

Eine gewisse Vorsicht gehört aber dazu. Die französische Spionagebehörde hat erst Ende November einen Bericht veröffentlicht, dass die Belastung privater Handys mit Spionage zugenommen hat. Meistens stehen dahinter jedoch keine Regierungen, sondern kriminelle Organisationen oder oft auch Personen im Bekanntenkreis.

Das liegt auch daran, dass Menschen oft Dinge herunterladen und dass die App-Plattformen mittlerweile relativ offen sind. Es gibt Parallel-App-Stores zu Google und Apple, auf denen theoretisch kompromittierte Software angeboten werden kann.

„Jetzt kann man Apps von überall herunterladen, teilweise Schadsoftware“, erklärt der Cyber-Intelligence-Experte Dennis-Kenji Kipker, und fügt hinzu: Wir erkennen jetzt, dass die User:innen doch nicht so mündig sind, wie man sich das immer vorgestellt hat.“

Hochraffinierte Produkte können beispielsweise aktuelle Sicherheitslücken nutzen, um sogar ohne Installation auf das Smartphone zuzugreifen, zum Beispiel über Klickattacken – wenn also ein lästiges Pop-Up-Fenster erscheint und man das „x“ suchen muss, um es wegzuklicken. Um solche Sicherheitslücken zu schließen, sind regelmäßige Updates sinnvoll.

Wie erkenne ich, ob sich Spyware auf meinem Smartphone........

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