Stalking: Du darfst mich nicht verlassen

Stalking ist psychische Gewalt, die Betroffene massiv belastet und zu Angst, Schuldgefühlen sowie langfristigen psychischen Problemen führen kann.

Laut der klinischen Psychologin Sonja Gehard sind Macht, Kontrolle und Schwierigkeiten bei der Verlustbewältigung zentrale Motive für Stalking.

Betroffene sollten ein klares Nein kommunizieren, Kontaktversuche dokumentieren und konsequent ignorieren sowie ihr Umfeld informieren.

Jede fünfte Frau in Österreich ist laut UN Women Austria von Stalking betroffen.

Stalking äußert sich unter anderem sich durch wiederholte Anrufe, Nachrichten und unerwünschte Annäherung.

Psychische Folgen können sein: Schlafprobleme, Depressionen, Angststörungen, Anpassungsstörungen.

Stalking ist psychische Gewalt, die Betroffene massiv belastet und zu Angst, Schuldgefühlen sowie langfristigen psychischen Problemen führen kann.

Laut der klinischen Psychologin Sonja Gehard sind Macht, Kontrolle und Schwierigkeiten bei der Verlustbewältigung zentrale Motive für Stalking.

Betroffene sollten ein klares Nein kommunizieren, Kontaktversuche dokumentieren und konsequent ignorieren sowie ihr Umfeld informieren.

Jede fünfte Frau in Österreich ist laut UN Women Austria von Stalking betroffen.

Stalking äußert sich unter anderem sich durch wiederholte Anrufe, Nachrichten und unerwünschte Annäherung.

Psychische Folgen können sein: Schlafprobleme, Depressionen, Angststörungen, Anpassungsstörungen.

Content-Warnung: In diesem Text geht es um Stalking, Selbstverletzung sowie psychische und physische Gewalt. Falls du auf diese Themen sensibel reagierst, lies diesen Beitrag vielleicht gemeinsam mit einer vertrauten Person, mit der du dich über das Gelesene austauschen kannst, und mach bei Bedarf Pausen.

Es ist tief in der Nacht, und Sabine schläft seelenruhig in ihrem Bett, als sie plötzlich aus dem Schlaf gerissen wird. Mit müden Augen sieht sie im Dunkeln einen Mann mitten in ihrem Kinderzimmer stehen. Das Herz der damals 17-Jährigen beginnt zu rasen, und Adrenalin schießt durch ihren Körper. Auf den zweiten Blick erkennt sie den Mann: Es ist kein Fremder, sondern ihr Ex-Freund. Komplett aufgelöst und unter Tränen fleht er Sabine an, ihm noch eine Chance zu geben.

Für dich interessant: Mobbing am Arbeitsplatz: „Ich hatte Angst vor ihr“

Dieser Moment war der Höhepunkt seiner Versuche, Sabine doch noch zurückzubekommen. Eigentlich hatte sie sich bereits vor einigen Monaten von ihm getrennt, doch akzeptieren wollte er das nicht. Sie war insgesamt sechs Monate lang mit regelmäßigen Anrufen, SMS, Annäherungen und Versuchen, sie von anderen Männern fernzuhalten, konfrontiert.

Was Sabine erlebt hat, ist kein Einzelfall. Immer mehr Menschen erzählen auf Social Media von ihren Erfahrungen mit Trennungen, die vom Gegenüber nicht akzeptiert werden, und teilen Nachrichten von Ex-Partner:innen, die von wiederholten Kontaktversuchen bis hin zu Drohungen reichen. Dahinter steckt ein weitverbreitetes Problem: Laut einer Studie von UN Women Austria ist mehr als jede fünfte Frau in Österreich von Stalking betroffen. Die Formen sind dabei unterschiedlich – von unzähligen Nachrichten und Anrufen bis hin zu unerwünschten Lieferungen an die Wohnadresse des Opfers oder dem persönlichen Nachstellen.

„Ich kann mich erinnern, dass die Trennung für ihn überraschend war. Er fragte, ob wir es nicht doch noch hinkriegen würden“, erzählt Sabine. Für sie stand das Ende der zweijährigen Beziehung aber fest. Abstand zu gewinnen, gestaltete sich jedoch schwierig, da beide denselben Freundeskreis hatten und sich regelmäßig begegneten.

Ihr Ex-Partner war bei allen Treffen dabei und suchte ihre Nähe. „Zu Beginn fand ich es nicht bedrohlich. Es ist mir aber auf die Nerven gegangen, weil er einfach mein ‚Nein‘ nicht akzeptiert hat“, sagt Sabine. Zusätzlich erhielt sie regelmäßig Anrufe und SMS mit Nachrichten wie „Können wir es nicht nochmal versuchen?“ und „Ich vermisse dich“. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein nächtlicher Anruf: „Er war betrunken, hat geweint und hat meiner Erinnerung nach damit gedroht, dass er sich etwas antun will“, erzählt Sabine. Für sie wirkte die Drohung nicht wie eine ernst gemeinte Ankündigung, sondern wie ein Versuch, Druck auszuüben. Mit den anderen aus........

© Wiener Zeitung