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Wo der Hammer fällt: der Messerschmied im Weinviertel

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02.02.2026

Knapp zwei Stunden braucht man mit dem Bus von Wien nach Ernstbrunn im Weinviertel. Schmiedemeister Florian Stockinger, 34 Jahre alt, lädt uns in seine Werkstatt im Zentrum des kleinen Ortes, die bis vor 13 Jahren eine Gießerei beherbergte. „Das ist genau, was du brauchst!“, sei ihm damals zugetragen worden, und tatsächlich: „Die Fläche, die Höhe, die Lage – alles passte.“ Er stammt selbst aus der Gegend. Damals war er 21 Jahre alt und Österreichs jüngster Schmiedemeister.

Während alle seine Freund:innen in die Stadt gegangen waren, um zu studieren, begann er hier, Messer zu schmieden. Die ersten fünf Jahre zahlte er Lehrgeld, dann kamen drei Jahre Corona. Nun spüren alle die Teuerung. Eine Handvoll seiner Art ist in den letzten Jahren dazugekommen, mindestens so viele haben aufgehört.

Anstelle eines Studiums las er also alte Bücher über Metallurgie und die verschiedenen Prozesse des Schmiedens: „Du kannst aus dem gleichen Stück Stahl einen Hammer, eine Zange, einen Amboss fertigen – was du willst!“ Oder eben Messer.

Allerdings lernte er auch bald: „Holz bildet, Metall erzieht. Der Teufel beim Stahl liegt im Detail. Manchmal denkst du, alles hat funktioniert! Aber erst am Schluss kommst du darauf, dass du wohl zu wenig Hitze hattest, die Oberfläche vor dem Falten nicht richtig gesäubert war oder die Naht beim Feuerschweißen nicht passte.“ Andererseits spürt er stets dieses tiefe Gefühl von Zufriedenheit, wenn etwas funktioniert.

Die Esse ist das Zentrum seiner Werkstatt, er hat sie selbst gebaut. Geheizt wird mit Koks, einem kohlestoffhaltigen Brennstoff von 97 bis 99 Prozent Reinheit, womit er bis zu 2000 Grad Hitze erreicht. Der Federhammer neben der Esse wurde in den Schmidt-Stahlwerken in Wien gegossen und ist 100 Jahre alt. Schlagkraft und Schlagzahl können durch........

© Wiener Zeitung