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Der Konflikt zwischen den USA und China ist auch relevant für Anleger

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22.09.2021

Was bedeutet der anhaltende Konflikt zwischen China und den USA für Anlegerinnen und Anleger? Eines ist sicher: Die beiden Großmächte steuern mit der Entkoppelung von strategisch wichtigen Bereichen ihrer Wirtschaft auf neue Konfrontationen zu. Der Machtpoker dürfte an den Kapitalmärkten nicht ohne Folgen bleiben. Der Wettbewerb zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt betrifft Anleger nämlich allein schon wegen seiner ökonomischen Bedeutung. Bis zum Jahr 2035 will China sein Bruttoinlandsprodukt verdoppeln und damit die USA als Nummer eins überflügeln. Doch es geht nicht nur um einen wirtschaftlichen Wettkampf, sondern vor allem um einen technologischen. Und es geht in dieser "Great Power Competition" um globale Einflussnahme. So werden in den Konflikt der beiden Weltmächte auch Dritte hineingezogen. China will sich, ebenso wie die USA, über Investitionen im Ausland und Allianzen mit anderen Staaten breiteren Zugang zu essenziellen Rohstoffen sichern und den Aufbau von Infrastruktur nach chinesischen Standards vorantreiben. Es baut an seiner "Digital Silk Road" weiter, der digitalen Seidenstraße.

Die zunehmende Entkopplung wirkt sich dauerhaft aus

Doch der Kern des Konflikts liegt in der zunehmenden Entkopplung der chinesischen und US-Wirtschaft. Diese Entwicklung durchläuft wellenartig verschiedene Phasen. Ab dem Jahr 2018 verschärfte sich die Auseinandersetzung unter der US-Regierung von Donald Trump. Gegenseitige Strafzölle und Sanktionen führten am Kapitalmarkt zu spürbaren, oft kurzfristigen Turbulenzen, etwa bei Rohstoffen oder Aktien von Stahl- oder Netzwerkanbietern und Autozulieferern. Den vorläufigen Abschluss dieser Phase bildete im Jänner 2020 ein Handelsabkommen, in dem die Streitparteien einander in einigen Teilbereichen gegenseitige Zusicherungen gaben und weitere Vereinbarungen zu grundlegenden Fragen in Aussicht stellten.

Dazu ist es bisher nicht gekommen. Der Wechsel im Weißen Haus hat die Konfliktlinien nicht verschoben - der Konflikt wird unter Joe Biden nur besser orchestriert. Die US-Regierung tritt mittlerweile weniger zufallsgesteuert auf,........

© Wiener Zeitung


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