Wie wir die Düfte von gestern noch heute riechen können
Von den Ölgemälden der Renaissance über alte Fotos bis hin zu Geschichtsvideos, digitalisierten Bibliotheken und Videospielen mit historischen Held:innen: Aus Bildern, Filmen und Büchern lernen wir vieles über die Vergangenheit. Selten tauchen wir aber so weit in die Geschichte ein, dass wir sie sogar riechen können. Genau das will die Wissenschaft ändern, indem sie Düfte, die längst verraucht sind, wieder zum Leben erweckt. Wir sollen nicht nur sehen, sondern auch atmen, was einmal war.
„Gerüche erzeugen eine Art Intimität zwischen uns Menschen und den Objekten. Wenn ein Gegenstand gar nicht riecht, verliert sich diese Intimität“, sagt der Chemiker Matija Strlič von der Universität Ljubljana in Slowenien im populärwissenschaftlichen Knowable Magazine. Der Duft eines alten Buches verleiht seinen Buchstaben, Sätzen und Seiten eine zusätzliche Dimension. Strlič widmet seine Karriere der Erhaltung von Kulturerbe und konzentriert sich dabei in erster Linie auf die Wiederherstellung kulturell bedeutender Düfte.
Ein neues Museumskonzept erkennt darin der Kunsthistoriker Inger Leemans von der niederländischen Akademie für Kunst und Wissenschaften. Er möchte Ausstellungen zum Erlebnis für alle Sinne machen. Ähnlich wie Bäckereien Passant:innen mit Aromen von frischgebackenem Brot umwerben, könnten Duftnoten aus der Vergangenheit den Museumsbesucher:innen schon in der Empfangshalle in die Nase steigen, um ihnen Ausstellungen schmackhaft zu machen. Riechen kennt wenig Fehlinterpretation, sondern empfängt eigentlich alle. „Da das........
