Veronika denkt – und wir müssen umdenken

Viele Tiere sind bekanntermaßen schlau. Graupapageien oder Kakadus können Werkzeuge benutzen und Probleme lösen. Menschenaffen leben in sozialen Gefügen, pflegen einander und trauern um ihre Toten. Raben leben monogam und können zukünftige Ereignisse planen, Katzen binden sich eng an Menschen, in die sie Vertrauen fassen, und unter den Hunden gibt es sogar Hochbegabte, die Wörter erlernen können. Neu ist, dass auch Nutztiere klüger sind als angenommen. Daraus müssen wir die richtigen Konsequenzen ziehen, was Anforderungen an eine artgerechte Haltung betrifft. Denn die Idee der „dummen Kuh“ ist ein Klischee. Das beweist die Kuh Veronika.

Veronika beherrscht die Besentechnik: Mit den Borsten kratzt sie sich den Rücken, mit dem Stiel die Weichteile. Manchmal schnappt sie sich auch einen Rechen oder einen Schrubber, um Juckreiz gezielt zu lindern. Ihr Eigentümer Witger Wiegele, Landwirt aus Nötsch im Kärtner Gailtal, meldete das Verhalten seiner 13-jährigen Montafoner Braunkuh der Forschung, „damit die Leute ein anderes Bewusstsein für Nutztiere entwickeln“.

Am Messerli Institut der Universität Wien wurde dann der gezielte, bewusste Werkzeuggebrauch einer Kuh erstmals wissenschaftlich untersucht. Bemerkenswert sei Veronikas multifunktioneller Einsatz........

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