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Sind wir allein im Universum?

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01.01.2026

Sind wir allein im Universum? Kaum eine Jahreszeit eignet sich besser, um diese Frage zu stellen, zumal wir zu Silvester schon allein wegen der Feuerwerke in den Himmel blicken. Auch Europa sucht ab dem kommenden Jahr nach Leben im All. Das Teleskop Plato der Europäischen Raumfahrtagentur ESA soll planmäßig im September in den Weltraum starten, um nach Planeten zu spähen, die sich außerhalb unseres Sonnensystems befinden – und vielleicht so beschaffen sind wie die Erde.

Bisher wurden 6000 dieser extrasolaren Planeten, die um andere Sterne kreisen – auch Exoplaneten genannt –, nachgewiesen. Eine zweite Erde war zwar noch nicht dabei. Es gibt allerdings Milliarden von Sternen allein in unserer Galaxie, der Milchstraße, die nur eine von Milliarden von Galaxien im Kosmos ist.

Angetrieben von der existenziellen Frage, ob wir einzigartig sind oder doch irgendwo einen universellen Zwilling haben, unternehmen wir, was technisch möglich ist, um eine Antwort zu finden. Der erste Exoplanet wurde 1995 nachgewiesen. Seine Entdecker, Michel Mayor und Didier Queloz, erhielten dafür im Jahr 2019 den Nobelpreis für Physik. Die Entdeckung stellte erstmals die Einzigartigkeit unseres Sonnensystems infrage. Lebhafte Fantasien zu Außerirdischen hat es jedoch bereits in der Antike gegeben. So finden sich schon im Werk „Das Mondgesicht“ des Schriftstellers Plutarch Gedanken über Lebewesen jenseits der Erde.

1977 wurden die Voyager Golden Records ins All gesandt, um mit Außerirdischen Kontakt aufzunehmen. Diese goldenen Datenplatten mit Bild- und Audio-Informationen an Bord der interstellaren Nasa-Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 wurden als Botschaften hergestellt in der Hoffnung, dass etwaige intelligente, extraterrestrische Lebensformen dadurch von der Menschheit und ihrer Position im Universum erfahren würden.

Damals war es technisch nicht möglich, den Nachthimmel ähnlich wie heute nach einer zweiten Erde zu scannen. „Wir sind vom Unmöglichen auf die Seite des Möglichen gewechselt“, betonte kürzlich die in den USA tätige, in Salzburg geborene Astronomin Lisa Kaltenegger bei einem Vortrag am Institute of Science and Technology Austria im niederösterreichischen Klosterneuburg. Durch das scharfe Auge des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA habe die Forschung........

© Wiener Zeitung