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Cornell ist kein Einzelfall

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30.09.2026

Dieser Text behandelt sexualisierte Gewalt. Der Inhalt kann belastend oder retraumatisierend wirken. Bitte lies nur weiter, wenn du dich emotional sicher fühlst. Eine Liste mit Unterstützungseinrichtungen findest du am Ende des Textes.

Die Empörung ist immer groß. In Marchtrenk betäubt ein Mann seine Ehefrau, vergewaltigt sie und bietet sie anderen zum Missbrauch an. Sie stirbt an den Folgen ihrer Verletzungen. Empörung.

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In Wien wird der Kabarettist Gunkl angeklagt. Er gesteht, ein heute fünfjähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben und knapp 1.000 Dateien von Kindesmissbrauchsdarstellungen zu besitzen. Empörung.

An der US-Eliteuni Cornell wird der Fall einer Gruppenvergewaltigung neu aufgerollt. Eine ehemalige Studentin wirft sieben Männern einer Studentenverbindung vor, sie im Oktober 2024 unter Drogen gesetzt und stundenlang vergewaltigt zu haben. Laut der Anklageschrift postet einer von ihnen eine Nachricht in eine Snapchat-Gruppe: Andere Männer seien eingeladen, bei der Vergewaltigung mitzumachen – „free pussy upstairs“. Nur zwei der Beschuldigten fliegen von der Uni, der Rest schreibt laut Zivilklage einen Aufsatz, besucht einen Workshop und kommt mit einer kurzen Suspendierung davon. Empörung.

Dabei kennen wir die Zahlen. In Österreich ist jede dritte Frau von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Jede Neunte wird Opfer einer versuchten oder vollendeten Vergewaltigung. Seit August wird........

© Wiener Zeitung