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UNICEF: Trotz Waffenruhe werden Kinder in Gaza getötet

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27.02.2026

Trotz der im Oktober 2025 angekündigten Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas bleibt die humanitäre Lage im Gazastreifen dramatisch. Erst vor wenigen Wochen kündigte dieHilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) an, ihre Arbeit im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis teilweise zurückzufahren, weil es erhebliche Sicherheitsbedenken aufgrund der Präsenz bewaffneter Männer auf dem Krankenhausgelände gäbe.

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Abseits dessen sind viele Kinder mangelernährt, mehr als 90 Prozent der Schulen wurden laut UNICEF zerstört, medizinische Evakuierungen sind weiterhin nur eingeschränkt möglich, und nicht detonierte Kampfmittel erschweren die Arbeit von Hilfsorganisationen vor Ort. Michael Blauensteiner, Pressesprecher von UNICEF Österreich, beschreibt im Interview die bestehenden Herausforderungen in Gaza und betont die Notwendigkeit eines dauerhaften Friedensabkommens.

Es gibt praktisch keine Möglichkeiten für frühkindliche Entwicklungsförderung.

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Michael Blauensteiner ist Pressesprecher von UNICEF Österreich.

• Israel hat die Lizenzen von 37 internationalen Nichtregierungsorganisationen in Gaza und im besetzten Westjordanland widerrufen, da sie neuen Registrierungsanforderungen nicht nachgekommen seien. Damit sind staatliche Vorgaben gemeint, nach denen Hilfsorganisationen ihre Arbeit neu anmelden, detaillierte Angaben zu Finanzierung, Mitarbeitenden und Projekten machen und eine offizielle Genehmigung der zuständigen Behörden einholen müssen. Die Lizenzsuspendierung trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Zu den betroffenen Hilfsorganisationen gehören unter anderem ActionAid, International Rescue Committee und Médecins Sans Frontières. International sorgte dieses Vorgehen erneut für scharfe Kritik. Auch die UN bezeichneten die Suspendierungen als Teil einer Reihe rechtswidriger Einschränkungen des humanitären Zugangs und betonten, dass Israel nach internationalem Recht für die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern in Gaza verantwortlich ist und humanitäre Hilfe zulassen und erleichtern muss.

• Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit dem 7. Oktober 2023 bis zum 3. Februar 2026 insgesamt 71.803 Palästinenser:innen im Gazastreifen getötet, darunter mindestens 21.289 Kinder. Weitere 171.324 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt, wobei davon 44.500 Kinder sind.

• Die UN berichtet des Weiteren, dass seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober 2025 611 Palästinenser:innen getötet wurden. Darunter waren mehr als 120 Kinder. Mehr als 1000 Menschen wurden zudem trotz Beginn der Waffenruhe in Gaza verletzt.

• Die UN verurteilte die Tötungen von Zivilist:innen durch israelische Luftangriffe in Gaza scharf. Die israelische Armee rechtfertigt die Angriffe hingegen damit, dass sie weiterhin gezielt gegen militante Gruppen und deren Infrastruktur vorgehe.

• Seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023 durch den Hamas-Angriff verweigert Israel internationalen und israelischen Journalist:innen weitgehend den unabhängigen Zugang zum Gazastreifen. Der Grenzübergang ist für ausländische Medienvertreter:innen geschlossen, sodass eine freie, unbegleitete Berichterstattung aus dem Inneren kaum möglich ist.

Das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR)

Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA)

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