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Als das "Jahrhundert des Terrorismus" begann

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09.09.2021

Man kann den 11. September 2001 als eigentlichen Beginn des 21. Jahrhunderts betrachten. Am Nachmittag begleitete eine "ZiB"-Sondersendung die Terroranschläge in den USA. Am Abend spielten Depeche Mode in der Wiener Stadthalle eines der besten Konzerte, das ich je besuchte. Die Welt stand im Schock, doch ahnte da noch kaum jemand, wie sehr die Ereignisse dieses Tages die folgenden Jahrzehnte beeinflussen würden.

Einen Monat nach den Anschlägen sprach der damalige US-Präsident George W. Bush von einem "Krieg gegen den Terror". Wenig später begann die Invasion in Afghanistan, es folgten jene im Irak und ein Drohnenkrieg in unzähligen Staaten Afrikas und Asiens, der unter Barack Obama weiter intensiviert wurde. 20 Jahre später zogen die USA nun schlagartig aus Afghanistan ab, und der aktuelle Präsident Joe Biden hat den "Krieg gegen den Terror" für beendet erklärt.

Seit 9/11 sind dem von den USA und ihren Alliierten geführten "Kampf gegen den Terror" weltweit fast eine Million Menschen zum Opfer gefallen. Zusätzlich soll er insgesamt mehr als acht Billionen US-Dollar gekostet haben, so eine Studie der Brown University. Wie Biden betont, war das Ziel die Zerschlagung der Al-Kaida-Netzwerke, und Afghanistan sollte keine Basis mehr für Anschläge in anderen Ländern sein - kein ursprüngliches Ziel war das "nation building", also der Aufbau einer funktionsfähigen Zentralregierung in Kabul. Die USA sind in beiden Punkten völlig gescheitert.

Nach einer Schwächephase am Ende der 2000er Jahre erholte sich Al-Kaida wieder. Zwar besteht weniger Interesse für Anschläge im Westen, von den Ablegern in Südostasien und in Sub-Sahara-Afrika geht aber beträchtliche Gefahr aus. Daneben entstanden neue dschihadistische........

© Wiener Zeitung


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