Zwischen Berufung und Burnout: Junge Lehrkräfte erzählen |
An österreichischen Schulen fehlt es an Lehrkräften. Für das laufende Schuljahr konnten viele offene Stellen im Herbst nicht mit voll ausgebildetem Personal besetzt werden: Nur 44 Prozent der Neuaufnahmen hatten eine abgeschlossene Lehrerausbildung – ein Rückgang im Vergleich zu früheren Jahren.
Doch woran könnte das liegen? Vier junge Lehrer:innen aus Tirol, Oberösterreich und Niederösterreich erzählen, wie der Beruf sie an ihre Grenzen bringt – und warum sie ihn trotzdem lieben. Sie alle unterrichten an Mittelschulen, die aufgrund ihrer vielfachen Herausforderungen als das „Sorgenkind“ des Bildungssystems gelten.
Maria* ist 27 Jahre alt und hat schon als Kind vom Lehrerinnendasein geträumt. Umso größer war die Vorfreude aufs Unterrichten nach dem Lehramtsstudium. „Den Berufseinstieg habe ich mir ganz anders vorgestellt“, sagt die Mittelschullehrerin der WZ. „Ich habe den Eindruck, dass an Mittelschulen Erziehungsarbeit, Management und Bürokratie den Hauptteil ausmachen. Unterricht und Unterrichtsqualität rücken dabei oft in den Hintergrund.“
Schon in den ersten Monaten wurde sie gefragt, ob sie im folgenden Schuljahr eine eigene Klasse übernehmen möchte. Weil sie noch an ihrer Masterarbeit schrieb und ihren pflegebedürftigen Vater betreute, lehnte sie ab. „Ein Nein war inakzeptabel“, schildert sie das anschließende Gespräch in der Direktion. Eine Stunde lang sei sie unter Druck gesetzt worden. „Mittlerweile weiß ich, dass es auch vielen anderen Junglehrer:innen so ergeht.“ Die Hierarchie in ihrer Tiroler Mittelschule sei ein großes Problem: „Man wird als Junglehrperson nicht ernst genommen.“
Tobias* unterrichtet im fünften Dienstjahr an einer Mittelschule in Tirol, obwohl er sein Lehramtsstudium noch nicht abgeschlossen hat – aus finanziellen........