Gekokst, gekifft, gemessen: Abwasser verrät Drogenkonsum
Abwasserdaten zeigen in Österreich und Europa einen deutlichen Anstieg beim Konsum von Kokain und anderen Drogen.
In Guntramsdorf wurden überraschend hohe Werte für Speed und Ketamin gemessen, obwohl es vor Ort keine Hinweise gab.
Experten wie Herbert Oberacher und Ewald Lochner mahnen zur vorsichtigen Interpretation der Abwasserdaten.
Guntramsdorf hat österreichweit den höchsten Speed- und Ketamin-Konsum.
Kokainkonsum in Kufstein 2025: 55 Prozent zum Vorjahr, Wien: 34 Prozent .
Kokaingehalt in Wiener Proben: durchschnittlich 90 Prozent Reinheit.
Abwasserdaten zeigen in Österreich und Europa einen deutlichen Anstieg beim Konsum von Kokain und anderen Drogen.
In Guntramsdorf wurden überraschend hohe Werte für Speed und Ketamin gemessen, obwohl es vor Ort keine Hinweise gab.
Experten wie Herbert Oberacher und Ewald Lochner mahnen zur vorsichtigen Interpretation der Abwasserdaten.
Guntramsdorf hat österreichweit den höchsten Speed- und Ketamin-Konsum.
Kokainkonsum in Kufstein 2025: 55 Prozent zum Vorjahr, Wien: 34 Prozent .
Kokaingehalt in Wiener Proben: durchschnittlich 90 Prozent Reinheit.
Eine Ecstasy-Pille auf der Party, ein Zug vom Joint am Feierabend oder die Line Koks im Club – jeder Drogenkonsum hinterlässt Spuren. Abbaustoffe aus dem Körper gelangen in die Kanalisation und fließen weiter zur Kläranlage. Und dort wird gemessen. Die Daten verraten, welche und wie viele Drogen wir konsumieren.
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So auch in Guntramsdorf im niederösterreichischen Industrieviertel. Die verschlafene 9.000-Seelen-Gemeinde im Wiener Speckgürtel ist nicht gerade für ihre Partyszene bekannt. Doch Guntramsdorf ist österreichischer Spitzenreiter beim Konsum des Amphetamins Speed. Auch der für Österreich erstmals veröffentlichte Ketamin-Wert ist hier am höchsten.
Überraschung für Guntramsdorf
„Die Zahlen sind durchaus überraschend, da es vor Ort keine Hinweise auf vermehrten Drogenkonsum gegeben hat“, sagt Alexander Handschuh, Pressesprecher der Marktgemeinde Guntramsdorf, im WZ-Gespräch. Man müsse die Daten jedoch vorsichtig interpretieren, da es sich um keine kriminalstatistische Auswertung handle.
Die Daten der Abwasserwerte stammen von der Europäischen Drogenagentur (EUDA). Die WZ hat sie gemeinsam mit dem Urban Journalism Network (UJN) ausgewertet. Österreich ist für 2025 mit 18 Standorten dabei.
Warum der Abwasserwert in Guntramsdorf so hoch ist, will man jetzt klären: „Wir wollen die Ergebnisse nun intern besprechen und stehen in regelmäßigem Austausch mit Polizei, mobiler Jugendarbeit und Schulen“, sagt Handschuh.
Was in den Daten besonders auffällig ist: Für 2025 konnte in fast jeder österreichischen Kläranlage ein weiterer Anstieg im Konsum von Kokain nachgewiesen werden, mit Ausnahmen in Innsbruck und Steyr.
Kokain ist mittlerweile quer durch die Gesellschaft verbreitet – von den Wiener Nachtclubs bis zu den Tiroler Touristenhochburgen.
Österreichweit wird nach wie vor in Kufstein am meisten gekokst. Im Vergleich zum Vorjahr konnte in der Tiroler Touristenregion ein Anstieg über 55 Prozent gemessen werden. In Hall-Watterns, knapp eine Autostunde entfernt, stieg der Wert um rund die Hälfte. Wien vermerkte einen Anstieg um 34 Prozent.
Auch EUDA betont den europaweiten Anstieg beim Konsum vom Kokain. Die Messungen zeigen: Mehr als die Hälfte der untersuchten Städte meldeten erhöhte Abwasserwerte – im Schnitt um 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein neues Rekordhoch. Damit bleibt Kokain nach Cannabis Europas zweitbeliebteste illegale Droge.
Gerade die nördlichen Hafenstädte gelten als Drehscheibe des europäischen Kokainhandels. Eine WZ-Reportage aus Antwerpen zeigt ein Bild vor Ort.
Kokain in Österreich: „noch nicht besorgniserregend“
Zwar ist der Kokainwert in Kufstein überdurchschnittlich hoch, doch europaweit befindet sich Österreich nach wie vor im Mittelfeld. Das sagt auch Herbert Oberacher, Studienleiter des österreichischen Abwassermonitorings. Der........
