Patriarchaler Terror |
Männer sind sehr gut darin, die Welt für Frauen zu einem unerträglichen Ort zu machen und dafür zu sorgen, dass diese Welt, vor allem der öffentliche Teil, der mit Macht, mit Gehört-Werden, mit Raum-Einnehmen, mit Anerkennung und Geld verbunden ist, auch weiterhin ihnen allein gehört.
Mehr für dich: Mark Forster: Die coolste Basic Bitch des deutschen Pop
Analoge Öffentlichkeit
Auf Straßen, in U-Bahnen und in Parks sorgen sie mit Catcalling und sexueller Belästigung dafür, dass Frauen sich zurückziehen, dass sie zum Beispiel zu manchen Zeiten an manchen Orten nicht mehr anzutreffen sind, und wenn, dann nicht allein. In der medialen Öffentlichkeit sorgen sie mit Mord- und Vergewaltigungsdrohungen, mit Hetzkampagnen und Gewaltfantasien dafür, dass Frauen sich nicht in politische Spitzenpositionen begeben, dass sie vor allem Angst haben müssen, was mit Sichtbarkeit zu tun hat, weil Sichtbarkeit immer auch Gewalt bedeutet – oft mehr Gewalt, als aushaltbar ist.
Patriarchale Verhältnisse sind – auch in einem wörtlichen Sinne – Terrorherrschaften. Sie halten Frauen in permanenter Angst vor männlicher Gewalt, und diese Gewalt hält Frauen klein und still und unsichtbar. Das ist kein unerwünschter Nebeneffekt, sondern ihre exakte Intention. Männliche Gewalt ist eine der Kernfunktionen des Patriarchats: Sie erhält das Patriarchat aufrecht, und das nicht nur für die Männer, die sie im konkreten Sinne ausüben, sondern für alle Männer. Und nicht nur gegen jene Frauen, die im konkreten Sinne betroffen sind, sondern gegen alle Frauen.
Denn männliche Gewalt ist immer auch ein Warnschuss, und jene Frauen, die dieser konkret trifft, sind immer auch Mahnmale für alle anderen: Schau, das ist es, was dir passiert, wenn du zu „laut“ bist, wenn du überhaupt etwas sagst. Das passiert dir, wenn du dich „falsch“ kleidest, wenn du dich mit mächtigen Männern anlegst, wenn du Systeme kritisierst. Das passiert dir, wenn du die Frechheit besitzt, dich öffentlich zu Wort zu melden oder Journalistin oder Außenministerin werden zu wollen. Besser stillhalten, junge........