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Im Sukka-Office

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23.09.2021

Jedes Jahr gibt es diesen "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Moment: wenn der Feiertagsreigen, der mit Rosch HaSchana, dem jüdischen Neujahrsfest, beginnt, und mit Jom Kippur, dem Versöhnungstag, seinen Höhepunkt findet, sich dann Richtung Sukkot, dem Laubhüttenfest, bewegt, dann gibt es in den hiesigen Breiten gefühlt immer einen Wetterumschwung und es wird kühler, bisweilen regnerisch. Und so war es auch dann auch zu Beginn dieser Woche. Nun spielt das Wetter im Allgemeinen bei religiösen Feierlichkeiten nicht unbedingt eine wichtige Rolle, doch zu Sukkot ist das anders: eine Woche verbringen observante Juden und Jüdinnen da ihren Alltag in einer Hütte – und diese Hütte hat kein Dach, damit der Blick auf die Sterne frei ist. Und ja, starker Wind oder Regen sind da nicht ganz so willkommen.

Laubhüttenfeeling the stylish way: zu Besuch in der Sukka von Gemeinderabbiner Hofmeister.

Heute ist allerdings ein sonniger Tag, an dem die Temperaturen noch einmal kräftig in die Höhe geklettert sind. Ein idealer Tag also für einen Besuch in einer Sukka. Von den knapp 8.000 Mitgliedern der Wiener jüdischen Gemeinde kommt etwa die Hälfte dieser Mitzwa, diesem Gebot, nach, sagt Wiens Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister. Genutzt werden dabei einerseits Gemeinschaftssukkot und andererseits stellen auch viele Familien ihre eigene Laubhütte auf, zum Beispiel auf einem größeren Balkon, einer Terrasse, in einem Garten.

Rabbiner Hofmeister hat seine Familiensukka heuer im Hof eines Privathauses in der Leopoldstadt aufgebaut, in dem sonst Autos parken. Nebenan stehen drei weitere Sukkot. Manche Laubhütten sind schlicht gehalten, einfache Holzhütten eben, mit Klapptisch und Klappsesseln möbliert, man könnte auch sagen: minimalistisch. Die Sukka des Gemeinderabbiners hat dagegen gemütliches Wohnzimmerflair: die Wände sind mit in Rot- und Ockertönen gehaltenen Tüchern verkleidet, von den Verstrebungen des – eben nicht geschlossenen – Daches hängen mit Kerzen bestückte Leuchter. Den Tisch ziert ein dunkelrotes zur Wanddekoration passendes Tischtuch, unter ihm sorgt ein Heizkörper bei Bedarf für wohlige Wärme. Auf einem Sideboard steht majestätisch ein Samowar und man kann es sich hier........

© Wiener Zeitung


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