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Im Tiefflug aus der Krise? Das wird sich nicht ausgehen

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22.07.2021

500 Tage sind vergangen, seit auf einer denkwürdigen Pressekonferenz der erste Corona-Lockdown in Österreich angekündigt wurde. 500 Tage, die auch von gesundheitlichem und seelischem Leid geprägt waren und wirtschaftliche Existenzen vernichtet haben. Zuletzt standen, trotz der Gefahr durch die Delta-Variante, weitreichende Öffnungsschritte an. Sind die Öffnungen alternativlos? Oder machen wir denselben Fehler einmal mehr? Ein Rückblick auf Österreichs bisherigen Weg durch die Krise könnte diese Fragen zumindest teilweise beantworten. Wo stehen wir im internationalen Vergleich?

Aus gesundheitlicher Perspektive bewegt sich Österreich im OECD-Vergleich im Mittelfeld. Mehr als 7 Prozent der Bevölkerung hierzulande infizierten sich bisher nachweislich mit Corona, mehr als 10.000 starben an den Folgen. Das sind rund 119 Personen auf 100.000 Einwohner. Südkorea, Australien und Neuseeland konnten besonders gute Gesundheitszahlen erreichen: Weniger als 4 Menschen je 100.000 Einwohner verstarben dort an oder mit Covid-19.

Als Schlüssel dazu gilt die Zero-Covid-Strategie. Dabei wird mit strikten Maßnahmen die Zahl der Neuinfektionen de facto auf null gedrückt, um dafür in der Folge ein umso normaleres Leben zu ermöglichen. In Europa bemühte man sich derweil, das Infektionsgeschehen auch bei hohen Ansteckungszahlen unter Kontrolle zu halten. Ein ständiges, aber meist zögerliches Auf-und-zu ohne wirkliche Öffnungen war die Folge.

Wirtschaftlich gesehen wurde Österreich von der Krise deutlich schwerer getroffen als die meisten anderen Länder. Der Vergleich mit dem Vorkrisenniveau zeigt, dass Österreichs Wirtschaft zwischen dem ersten Quartal 2019 und dem heurigen Frühjahr um 7,5 Prozent geschrumpft ist. Nur Portugal, Großbritannien und Spanien schneiden noch........

© Wiener Zeitung


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