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Aus Tschernobyl müssen die richtigen Lehren gezogen werden – aber unideologisch

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Die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima wirken bis heute nach. Die Berichte und Bilder aus der Zeit sind Zeugnisse eines politischen Versagens und einer technologischen Überforderung bei dem Bemühen, diese urgewaltige Kraft beherrschen zu wollen. Für die Aufräumtrupps tat sich die Hölle auf. Die Liquidatoren wurden schnell krank und starben früh.

Die Atomkraft ist seit Fukushima in Deutschland tot. Eigentlich. Nachbarländer wie Frankreich und Polen sehen es anders. Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen forderte zuletzt angesichts der Energiekrise eine Abkehr von den fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien – und zur Atomkraft.

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Was gilt für eine industriell und technologisch geprägte Gesellschaft?

Auch viele Politiker – meist aus der CDU und CSU, der FDP und der AfD – sprechen sich immer wieder für eine Neuauflage der Kernkraft aus. Sie kollidieren umgehend mit den Vertretern der SPD, Grünen und Linken. Selten sind die Lager so eindeutig geteilt. Ist es am Ende doch nur eine ideologische Debatte?

Die Energieunternehmen wollen nicht zurück zur Atomkraft. Es lohnt sich nicht. Der Bau eines Kraftwerks wäre viel zu teuer und ohne Unterstützung des Staates unrealisierbar. Die Versicherungen wären horrend hoch. Dazu kommt das Entsorgungsproblem.

Ist das Thema deshalb vom Tisch? Nein. Erstens: Ideologische Debatten helfen nicht. Und zweitens: Aus Tschernobyl und Fukushima müssen die richtigen Lehren gezogen werden. Es gilt, jedes Risiko denkbar kleinzuhalten. Aber eine industriell und technologisch geprägte Gesellschaft muss auf den wissenschaftlichen Fortschritt setzen können. Nicht unbedingt für jetzt, aber vielleicht für bald.


© Westfalenpost