menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Ultimatum an die Mullahs: Trump sitzt in der Eskalationsfalle

13 0
22.03.2026

Jeder Krieg entwickelt nach einer gewissen Zeit eine Dynamik, die nicht mehr steuerbar ist. Der Iran-Krieg befindet sich an diesem Punkt. US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Begründungsdickicht verheddert, was eines beweist: Kontrollverlust. Trumps noch vor wenigen Tagen herausposaunte Behauptungen, der Krieg sei „praktisch vorbei“ und das iranische Militär „zerstört“, wurden angesichts der Raketen- und Drohnenangriffe ad absurdum geführt. Nun setzt der Präsident der Führung in Teheran die Pistole auf die Brust: Wird die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden für den globalen Ölhandel geöffnet, legt die US-Luftwaffe die Kraftwerke des Landes in Schutt und Asche.

Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe

„South Pars“: Deshalb ist der Angriff auf Irans Gasfeld so gefährlich

USA werfen Bunkerbrecher über Iran ab: Was die Waffe kann – und was nicht

Modschtaba Chamenei: Das ist über den neuen Obersten Führer des Iran bekannt

Trump pokert hoch und nimmt ein enorm großes Risiko in Kauf. Damit gesteht er ein, dass sein Kalkül trotz der bislang mehr als 8000 US-Attacken auf Ziele in Iran nicht aufgegangen ist. Er sitzt in der Eskalationsfalle. Irans Warnungen, als Vergeltung die Energie-Infrastruktur und die für das zivile Leben unentbehrlichen Meerwasserentsalzungsanlagen der Golfstaaten anzugreifen, sind für bare Münze zu nehmen. Es ist die schmutzige Logik eines asymmetrischen Krieges.

Die Weltwirtschaft hat bereits nach gut drei Wochen Krieg erheblichen Schaden genommen. Die Preise für Öl und Gas sind explodiert. Der Sprit kostet so viel wie lange nicht. Die Rechnung wird am Ende den Verbrauchern mit hohen Inflationsraten präsentiert. Setzt Trump sein Ultimatum um und die iranischen Revolutionsgarden machen ihre Vergeltungsdrohung wahr, wird die globale Wirtschaft nicht nur einen Dämpfer, sondern einen heftigen Schlag erhalten.


© Westfaelische Rundschau