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Joe Kaeser: Fünf Maßnahmen für ein starkes Europa

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05.08.2019

Essay von Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser: Zu oft haben wir Europäer in der Vergangenheit wertvolle Zeit verloren. Das können wir uns nicht mehr leisten. Fünf Maßnahmen, um Europa stark zu machen und dafür zu sorgen dass unser Kontinent in einem sehr aktiven globalen wirtschaftlichen und politischen Umfeld vorne dabei ist.

Europa hat viel zu bieten: vielfältige Kulturen, ausgezeichnete Bildungssysteme und hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Wir verfügen über führende Forschungseinrichtungen, eine starke industrielle Basis und in großen Teilen über eine demokratisch geprägte politische Stabilität sowie ein zuverlässiges Rechtswesen. Und nicht zuletzt bietet Europa den größten Binnenmarkt der Welt. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Um in Brüssel zu Entscheidungen zu kommen, ist es oft ein langer und steiniger Weg. Zu oft haben wir Europäer damit in der Vergangenheit wertvolle Zeit verloren – auch zum Nachteil für unsere Unternehmen und damit für die wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedstaaten insgesamt.

Diesen Zeitverlust können und sollten wir uns in Zukunft im Wettstreit mit den führenden Volkswirtschaften dieser Welt nicht mehr leisten. Die neue Legislaturperiode des EU-Parlaments und eine neue Führung der europäischen Institutionen bieten eine große Chance für Europa und seine politischen Entscheidungsträger, dies zu ändern. Sie eröffnen Möglichkeiten, sich konsequent und mit einer Stimme für Multilateralismus und Reziprozität einzusetzen und unterschiedliche Interessenlagen in der Welt zu integrieren. Um uns im globalen Wettbewerb durchzusetzen, müssen wir Brücken bauen und sollten keine „Hexen jagen“. Denn zuverlässige Partnerschaften entstehen auf der Grundlage von Vertrauen und Integration, nicht von Nationalismus und einseitigem Protektionismus.

Es gibt also viel zu tun, aber fünf Maßnahmen sind in meinen Augen besonders dringlich, um Europa stark zu machen. Wir müssen dafür sorgen, dass unser Kontinent in einem sehr aktiven globalen wirtschaftlichen und politischen Umfeld vorne dabei ist. Darauf kommt es an:

1. Kampf gegen Klimawandel aufnehmen und zu einer Chance für Europas Industrie machen

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Menschheit. Und es freut mich, zu sehen, dass die nächste Generation dies zu ihrer Herzensangelegenheit macht. Dieses Gefühl der Dringlichkeit und die richtige Diagnose sind........

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