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Währungen und der richtige Wechselkurs

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21.08.2019

Wechselkursanpassungen halten die Weltwirtschaft zusammen. Als Waffe in Handelskonflikten sind sie nicht geeignet. Abwertungen sind ein Verarmungsprogramm, erklärt Christian Keuschnigg in seinem Essay.

Zuerst zetteln sie einen Handelskrieg an, jetzt wollen sie auch noch die eigene Währung abwerten. Haben die Kontrahenten des Handelskonflikts völlig die Rolle der Wechselkurse vergessen?

Ist denn der Kurs des Dollars, Euro oder Yuan nicht auch ein Preis wie jeder andere? Es gibt einen richtigen Wechselkurs, der auf Dauer Handel und Kapitalströme zwischen den Währungsräumen im Gleichgewicht hält. Er muss sich ständig anpassen, um Ausgleich zu schaffen.

Wann muss ein Land abwerten, damit der Wechselkurs wieder passt?

Wenn in der Eurozone die Inflation höher ist, dann steigen die Preise und Löhne stärker als z.B. in den U.S.A. Zum Ausgleich muss der Euro gegenüber dem Dollar abwerten. Wenn der Wechselkurs konstant bliebe, dann hätten die Produzenten aus Europa auf dem U.S. Markt bald keine Chance mehr, weil sie ständig teurer würden. Die Konsumenten würden angesichts der steigenden Preise zuhause auf Importe aus den U.S.A. ausweichen, deren Preise viel langsamer steigen. Die schrumpfenden Exporte und die anschwellenden Importe aus den U.S.A. würden die Handelsbilanz der Eurozone bald in ein großes Defizit stürzen.

Die Folge: Der Euro muss abwerten, damit die heimischen Produzenten in den U.S.A. konkurrenzfähig bleiben und die amerikanischen Unternehmen nicht unverdiente Wettbewerbsvorteile in Europa ausspielen. Wer das nicht glaubt, möge an die Entwicklung Griechenlands in der Eurokrise denken, dessen Wechselkurs nicht abwerten konnte. Ein Land mit hoher Inflation muss abwerten.

Ein anderer Grund sind niedrige Zinsen. Wenn die EZB den Nominalzins unter das U.S. Niveau drückt, muss der Euro aufwerten, sprich der Dollar abwerten. Wenn das nicht passiert, wer könnte es den Finanzinvestoren verdenken, das........

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