Großer Schaden für Weimar |
Erster Tag der Demokratiegeschichte an diesem Mittwoch. Thüringen beteiligt sich. Im Erfurter Landtag berichten um die Mittagszeit Männer und Frauen, wie das war, als am 18. März 1990 erstmals eine freie Wahl möglich wurde und sie - von CDU bis PDS - in die Politik gingen. Abends in Weimar wird an diesem denkwürdigen Tag dem Bürgerbündnis BgR, das sich seit einem Vierteljahrhundert um den Kampf gegen rechtsextreme Umtriebe bewährt hat, ein Ende bereitet. Kein Geld mehr für Unkosten, die so ein Bündnis hat. Kein Geld mehr für diese Art der Demokratiearbeit.
Ja und nein. Von Nahem betrachtet geht es um verletzte Eitelkeiten in einer kleinen Stadt. Geld soll es für Demokratiearbeit zwar geben, aber halt für andere Akteure, die sich mit neuen Projekten bewerben können. So die Erzählung.
Das Weimarer Bündnis hatte sich nie vereinnahmen lassen. Auch nicht von dieser Zeitung, die selbst beim Kampf gegen rechtsextreme Umtriebe klare Kante zeigt. So ein Bündnis muss unbequem sein. Und wem das aus der Mitte der demokratischen Gesellschaft nicht in den Kram passt, der sollte auf Kommunikation und nicht auf Zerstörung setzen.
Dem BgR ist hoch anzurechnen, dass es ihm gelang, viele Menschen aus dem demokratischen Spektrum anzusprechen, wenn Weimar wieder mal Aufmarschplatz werden sollte. Dafür braucht es Strukturen. Und es braucht ein grundsätzliches Vertrauen in die Akteure.
Eine denkwürdige Mehrheit im Weimarer Stadtrat will etwas anderes. Weniger bürgerliche Gegenwehr, wenn Rechtsextreme mal wieder in Weimar aufmarschieren? Das kann ja wohl nicht der Plan dieses Zerstörungswerkes sein.