Fatale Empfindlichkeit

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Mein Eindruck ist: Die Empfindlichkeit ist enorm gewachsen. Möglichst viele möchten bitteschön nicht dem ganz normalen politischen Streit und den großen gesellschaftlichen Debatten kritisch ausgesetzt sein, nachdem sie sich so angestrengt haben, in der Mitte anzukommen. Das war jüngst, Stichwort Schmutzkampagne, ebenso zu erleben, wie bei der Weimarer Befindlichkeit, die zur Abstrafung des BgR führte.

Noch vor wenigen Jahren hätte sich mancher breitbeinig hingestellt und über „rehbraune Augen“ gelacht. Und mancher von denen aus der jetzigen Mitte hätte sich von einem Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus gar nicht wertgeschätzt fühlen wollen. Die Zeiten haben sich geändert. Aber diese Veränderung führt auch dazu, dass nun Befindlichkeiten zum Maßstab werden. Besser streiten, also kommunikativ vorgehen: Das könnte hilfreich sein. g.sommer@tlz.de


© TLZ