Die Nachrichtenflut
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
eine Leserin fragte mich zu Wochenbeginn: Wann wird’s denn endlich wieder normal? Normal im Sinne von: täglich kleine Sorgen und Freuden. Normal im Sinne von: nicht ständig neue Auseinandersetzungen auf politischer Ebene. Normal im Sinne von: Frieden statt neuer Kriege und Flächenbrand. Womöglich geht es Ihnen ähnlich. Es ist einfach zu viel, was da auf uns einstürzt. Die einen sagen: Das, was im Nahen Osten passiert, muss jetzt alles dominieren – und zwar auf allen Kanälen. Die anderen geben zu bedenken: Diese Nachrichtenflut zieht uns runter. Und sie meinen damit nicht, dass gar keine Rede davon sein soll, aber nicht immer, sondern wohldosiert.
Ist das ignorant? Ich kann den Wunsch nach Normalität, nach Übersichtlichkeit gut verstehen. Und ich bin dabei im Zwiespalt: Wir wollen den einen wie den anderen gerecht werden. Wir wollen keinen in Nachrichtenfluten untergehen lassen; wir wollen aber auch nicht so tun, als sei das, was diese Welt in Zerreißproben stürzt, von minderer Bedeutung. Schreiben Sie mir gern: g.sommer@tlz.de
