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Kapitalismus verbessern endet im...

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30.08.2021

Intellektuelle denken sich ständig neue Konzepte für eine „Verbesserung“ des Wirtschaftssystems oder der Begrenzung seiner „Übel“ aus. Die Intellektuellen, die glauben, ein Wirtschaftssystem am Reißbrett konzipieren zu können, unterliegen dem gleichen Irrglauben wie jene, die meinen, man könne eine Sprache künstlich „konstruieren“ – all dies erfolgt stets unter der Überschrift der „Gerechtigkeit“ oder “Gleichheit”.

Das jüngste Beispiel dafür ist der französische Ökonom Thomas Piketty. In seinem viel beachteten Werk „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ hatte er noch betont: „Ich gehöre zu dieser Generation, die erwachsen wurde, als sie im Radio vom Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen hörte und die nicht das Geringste für diese Regime und das Sowjetsystem übrighatte oder ihnen nachtrauerte. Ich bin immun gegen die herkömmlichen und wohlfeilen antikapitalistischen Diskurse, die zuweilen dieses gewaltige historische Scheitern ignorieren und sich nicht die intellektuelle Mühe geben, diese Diskurse zu überwinden. Es liegt mir nichts daran, die Ungleichheit oder den Kapitalismus zu kritisieren…“

Das klingt auf den ersten Blick harmlos. Tatsächlich ist Piketty jedoch ein radikaler Antikapitalist und Verfechter des Sozialismus, wie er........

© The European


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