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Kapitalismus ist nicht verantwortlich...

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26.05.2021

Das Bemerkenswerte: In den letzten Jahrzehnten, seit dem Ende Kommunismus in China und anderen Ländern hat sich der Rückgang der Armut so stark beschleunigt wie in keiner Phase der Menschheitsgeschichte zuvor.

Viele Menschen, die glauben, der Kapitalismus habe zu Hunger und Armut in der Welt geführt, stellen sich die vorkapitalistische Zeit völlig unrealistisch vor. Johan Norberg, der Verfasser des Buches „Fortschritt“ war in seiner Jugend selbst ein Antikapitalist. Er räumt jedoch ein, er habe nie darüber nachgedacht, wie die Leute wohl vor der industriellen Revolution gelebt hätten. Er habe sich diese Epoche der Menschheit im Grunde genommen vorgestellt wie einen Ausflug aufs Land. Sahra Wagenknecht schreibt in ihrem Buch „Die Selbstgerechten“, vor dem Kapitalismus hätten die Menschen zwar in „sicherlich entbehrungsreichen“ Verhältnissen gelebt, aber sie verklärt das „viel ruhigere, naturverbundene, in verlässliche Gemeinschaften integrierte Leben“, das im Vergleich zum Kapitalismus „geradezu eine Idylle“ gewesen sei.

Fernand Braudel, der berühmte französische Historiker hat ein Standardwerk über die Sozialgeschichte des 15. bis 18. Jahrhunderts geschrieben. Die Volksnahrung, so erfährt man da, bestand aus Brei, Suppe oder Brot aus minderen Mehlen, das nur in ein- bis zweimonatigem Abstand gebacken wurde und fast immer schimmelig und so hart war, dass es mancherorts mit der Axt zerteilt werden musste. Die meisten Menschen, auch in den Städten, mussten mit 2000........

© The European


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