We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close
Aa Aa Aa
- A +

22. Juni 1941

4 1 0
22.06.2021

Im Denken von Hitler spielten wirtschaftliche Gesichtspunkte eine entscheidende Rolle, wie ich ausführlich in meinem Buch „Hitler. Selbstverständnis eines Revolutionärs“ gezeigt habe. Hitlers Ziel war es, neuen „Lebensraum im Osten“, also in Russland zu erobern. Daraus hatte er keinen Hehl gemacht und dies offen in seinem Buch „Mein Kampf“, in seinem sogenannten „Zweiten Buch“ und zahlreichen Reden bekundet.

Hitler hing einer Theorie an, die auch von marxistischen Theoretikern wie Rosa Luxemburg oder Nicholai Bucharin vertreten wurde, der Theorie von der „Schrumpfung der Märkte“. Er hielt den Weg, den die deutschen Unternehmen gegangen waren, nämlich primär auf Exporte zu setzen, für einen großen Fehler. Nach Hitlers Meinung würden die Absatzmärkte infolge der Industrialisierung ehemaliger Entwicklungsländer immer mehr schrumpfen. Deshalb führe die Exportorientierung in die Sackgasse, nur neuer Lebensraum im Osten könne die Probleme lösen.

„Der Mensch lebt nicht von Ideen, sondern von Getreide und Korn, von Kohle, Eisen, Erzen, lauter Dinge, die im Boden liegen. Und wenn dieser Boden fehlt, nützen alle Theorien nichts. Es ist nicht ein Problem der Wirtschaft an sich, sondern des Bodens“, so Hitler. In einer Rede zum Thema „War der Zweite Weltkrieg unvermeidbar?“ formulierte Hitler seine Theorie, die er seit seinen frühen Reden und „Mein Kampf“ immer wiederholt hatte: „Will man den Lebensraum nicht erweitern, dann muss eines Tages ein Missverhältnis entstehen zwischen der Volkszahl, die dauernd wächst, und dem........

© The European


Get it on Google Play