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Kapitalismus im All oder Wem gehört der Mars?

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14.05.2026

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Kapitalismus im All oder Wem gehört der Mars?

14. Mai 2026 | Celine Nadolny

Warum Rainer Zitelmanns „Weltraumkapitalismus" eines der wichtigsten wirtschaftspolitischen Bücher dieses Jahres ist

Im Jahr 2024 starteten weltweit 324 Raketen ins All. 138 davon kamen von einem einzigen privaten Unternehmen aus Texas. Europa, jener Kontinent, der sich gern als Hort technologischer Souveränität inszeniert, brachte es im selben Jahr auf ganze drei erfolgreiche Starts. Wer diese Zahlen kennt, ahnt bereits, dass die Frage „Wem gehört eigentlich der Weltraum?" nicht länger eine akademische ist. Sie wird, mit oder ohne Europa, in den kommenden Jahrzehnten zu einer der zentralen wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen unserer Zeit. Rainer Zitelmann hat ihr ein Buch gewidmet, das in Deutschland mehr Aufmerksamkeit verdient, als es bislang bekommt: Weltraumkapitalismus (Langen Müller Verlag, 336 S., 22 EUR, mit einem Vorwort von Georg Kofler). 

Zitelmann beginnt seine Argumentation nicht dort, wo man es vielleicht erwarten würde, also bei Elon Musk und SpaceX, sondern beim Scheitern. Das erste Kapitel ist eine der präzisesten Abrechnungen mit dem Space-Shuttle-Programm, die in deutscher Sprache vorliegen. Gestützt auf den amerikanischen Raumfahrthistoriker John Logsdon zeichnet Zitelmann minutiös nach, wie Richard Nixon das Shuttle nicht aus technischen, sondern aus wahltaktischen Erwägungen genehmigte. Der Hauptauftragnehmer Rockwell saß in Kalifornien, einem Bundesstaat mit fünfundvierzig Wahlmännerstimmen im Wahljahr 1972. Die Auftragsvergabe für die Feststoffraketen ging an Thiokol in Utah und blieb, so Logsdon, „von Vorwürfen der Begünstigung überschattet". Dazu kamen die berüchtigten Cost-Plus-Verträge, bei denen Unternehmen einen festen Prozentsatz Gewinn auf ihre dokumentierten Kosten erhielten. Wer solche Verträge entwirft, sollte sich nicht wundern,........

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