Rücktritt von Bärbel Bas: Nein, die Kritik aus der Union war nicht "unmenschlich" |
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Rücktritt von Bärbel Bas: Nein, die Kritik aus der Union war nicht "unmenschlich"
12. Oktober 2026 | Ansgar Graw
Die SPD-Ministerin und Parteivorsitzende hat hingeworfen und Attacken des Koalitionspartners als Grund angeführt. Doch der Vorwurf ist konstruiert.
Bärbel Bas verdient Mitgefühl für ihren familiären Verlust und Verständnis für ihren Rückzug aus politischen Ämtern. Aber verdient jede Kritik an ihr deshalb das Etikett „unanständig“? „Rücksichtslos“? „Unmenschlich“?
Nach dem Rücktritt der Arbeitsministerin und SPD-Vorsitzenden erhebt ihre Partei schwere moralische Vorwürfe gegen den Koalitionspartner. Wer die öffentlich belegten Äußerungen prüft, findet allerdings sehr Unterschiedliches: Forderungen nach Gesetzentwürfen, scharfe Zweifel an ihrer Amtsführung – und auch Polemik. Aber selbst diese gründete auf Fakten und ist im Übrigen bereits etliche Wochen alt.
Bas selbst hat beides miteinander verbunden: ihre Trauer und den politischen Druck. Nach dem Tod ihrer Stieftochter brauche sie Zeit, erklärte sie am Montag. Zugleich seien die öffentlichen Angriffe in dieser persönlich schwierigen Phase weiter verstärkt worden, „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“. Deshalb sehe sie sich derzeit außerstande, ihre Regierungs- und Parteiaufgaben vollständig wahrzunehmen.
Lars Klingbeil verschärfte den Vorwurf am Montag bei seinem Statement vor Journalisten: „Bas hat deutlich gemacht, dass jetzt Grenzen erreicht sind“, sagte der SPD-Ko-Vorsitzende und Finanzminister. „Eine Politikerin, die in Zeiten des persönlichen Leids und der persönlichen Trauer politischen Angriffen ausgesetzt ist: Das ist unanständig. Ich will es für mich in aller Klarheit sagen: Das ist unanständig, und niemand in unserem Land sollte........